Drüben bei Quotenmeter versuchen sie ja seit einiger Zeit, ihre Nutzer für “Paid Content” zu begeistern. Ich hab mir “Quotenmeter Plus” bisher verkniffen - und der aktuelle Stand der kostenfreien Inhalte macht einem auch nicht gerade Lust drauf, für mehr zu bezahlen.
Jüngstes Beispiel: Eine ausführliche Kritik vom 25.12.2009 zum RTL-Dreiteiler “Die Patin”. Ich zitiere mal:
An drei Abenden will RTL die Fernsehzuschauer mit der Produktion «Die Patin» in den Bann ziehen. 270 Minuten lang Hochspannung und Drama – das funktioniert in Deutschland nicht immer. Nun soll hier aber nicht über den zu erwartenden Erfolg der Produktion gemutmaßt werden, sondern über die Qualität.
[…]
An der Idee zu «Die Patin» war […] der jetzige Sat.1-Serienchef Joachim Kosack beteiligt. Er wird am Montagmorgen also ebenfalls sehr interessiert auf die RTL-Quoten schauen.
[…]
Liebhabern des deutschen Films und allen Fans von Krimis und Thrillern ist «Die Patin» sehr zu empfehlen
[…]
RTL zeigt den ersten Teil von «Die Patin» am 25. Dezember 2009, um 00.25 Uhr. Die weiteren Filme folgen am 26. Dezember um 01.15 Uhr und 27. Dezember um 01.45 Uhr.
Äh, bitte was?
Wieso wird ein offenbar gelungener und teurer TV-Film mitten in der Nacht versendet?
Die Antwort ergibt sich, wenn man in die Linkliste unterm Artikel schaut: “Die Patin” ist nämlich keine Erstausstrahlung, sondern eine Wiederholung (neuerdings auch gerne “Rerun” genannt, weil das Wiederholungen wohl viel cooler macht) vom Dezember 2008 - damals lief die Produktion mit leicht enttäuschenden Quoten um 20:15 Uhr.
Quotenmeter dokumentierte seinerzeit nicht nur mehrfach die Quoten, sondern stellte vor der Ausstrahlung auch eine Kritik ins Netz, die bis auf die Ausstrahlungstermine am Ende identisch mit dem “aktuellen” Beitrag ist - da wurde nicht ein Finger gerührt, um neue Infos hinzuzufügen, die veralteten Sätze zu ändern oder wenigstens einfach zu streichen.
Das Recycling scheint Methode zu haben: Schon am 24.12. wurde eine Kritik zum “Clown”-Kinofilm auf die gleiche Weise wiederaufgewärmt - immerhin wies hier ein “zeigt erneut” in der Terminangabe vorsichtig darauf hin, dass es sich um eine Wiederholung handelte; da allerdings im Artikel die schlechten Zuschauerzahlen im Kino thematisiert werden, wäre ein Hinweis auf die ebenso miesen TV-Quoten bei der Erstausstrahlung journalistisch wünschenswert gewesen. Aber gedankenloses Austauschen der Sendetermine ist wohl einfacher…
Dann hoffe ich aber, dass es dieses Jahr auch zu Silvester wieder heißt: “The same procedure as every year”…
(Update, 31.12.2010: Ja, heißt es. 
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Ich hab’s hier ja gemütlich: Alle paar Monate tippe ich hier mal was Neues, was i.d.R. eh keine Sau interessiert, und dazwischen vergesse ich einfach, dass ich ein Blog habe, und kümmere mich um andere Dinge. Am anderen Ende der Blog-Skala, oben in der A-List, geht da natürlich nicht: Da muss “Content” prodziert werden, und zwar massig. Egal, ob man viel zu sagen hat, oder nicht.
Wie das geht, führt exemplarisch Sascha Lobo vor:
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Jetzt hat RTL gestern also den “Knight Rider”-Pilotfilm ausgestrahlt. Wer ihn nicht gesehen hat, kann in die Kritik schauen, die der Wortvogel zum US-Start verfasst hat. Und wie in den USA hat das Ding auch hier Mörderquoten bekommen - weniger wegen der Qualität als mehr wegen des Kultfaktors des Originals.
Alles in Ordnung also?
Von wegen - die neue Serie ist nach einhelliger Meinung von Zuschauern und Kritikern Schrott. In den USA stürzten die Quoten nach dem Pilotfilm total ab - das, was im Piloten geboten wurde, hat die Zuschauer nämlich so massiv enttäuscht, dass sie den restlichen Folgen keine Chance mehr gaben. (Ebenfalls zu Recht - die waren auch Schrott.)
RTL weiß das auch. Zitat DWDL:
Nach den Erfahrungen in den USA hat RTL aber gleich Vorkehrungen gegen das womöglich auch hierzulande schnell absinkende Interesse getroffen: Die restlichen Folgen der Serie werden nur im Samstag-Nachmittagsprogramm des Senders zu sehen sein.
Übersetzt heißt das also: “Wir wissen, dass wir den Leuten zur Hauptsendezeit enttäuschenden Müll zeigen, aber das macht nichts, weil sie neugierig genug sind, trotzdem einzuschalten.”
Wie lange kann das gut gehen? Wie lange lässt sich der Zuschauer von großen Ankündigungen für gequirlte Kacke verarschen? Und wann ist er so abgefuckt, dass er nicht einmal mehr den Piloten einschaltet, weil er nichts Gutes mehr erwartet?
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Zitat Zugdurchsage:
“Wir entschuldigen uns bei allen Fahrgästen, die in Siegburg/Bonn aussteigen, für die ihnen entstehenden Unannehmlichkeiten.”
Was für finstere Dinge erwarten die armen Menschen an diesem Bahnhof?
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Wer bitte kommt auf die Idee, eine “internationale Fachmesse für alternative Fütterungsformen” SO zu nennen??

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“Der Spiegel” übt sich in einem Text von Jan Fleischhauer in Unlogik: Zuerst werden Anekdoten, wilde Behauptungen und Vorurteile angeführt, die illustrieren sollen, wie absurd sich angeblich alle “Linken” verhalten (gemischt mit ein paar gehaltvollen Einwürfen, die sich bei Bedarf Kritikern vor die Nase halten ließen), um dann zu folgern, dass man, weil man das absurd findet, automatisch konservativ ist.
Die “Linken” Fleischhauers glauben z.B., dass der 11. September eine CIA-Verschwörung war oder finden es grundsätzlich verdächtig, wenn jemand hofft, dass eine Ehe funktionieren kann.
In der Rhetorik wird sowas gerne als “Strohmann-Argument” bezeichnet, und es ist schwer vorstellbar, dass der gute Mann das in seiner Karriere als Journalist nicht kapiert hat, dass sowas nicht für eine ernsthafte Diskussion taugt - auch wenn er sich in seinem Blog alle Mühe gibt, diesen Anschein zu erwecken.
Das Blog liefert aber auch einen guten Hinweis, worum aller Wahrscheinlichkeit es eigentlich geht: Da ist nämlich auch ein Link zur “Achse des Guten” aus dem Umfeld von Spiegel-Kolumnist Henryk M. Broder, der ja schon längst gelernt hat, dass es Leser zieht, wenn man wild beschimpft und diffamiert, statt sachliche Debatten zu führen.
Dieses Feld will Fleischhauer ihm offenbar nicht alleine überlassen - aber sein Fehler ist, dass er dabei noch viel zu sehr versucht Argumente aufzubauen. Er sollte es einfach wie Broder machen, und auf pure Beleidigung setzen. (Broder über Stefan Niggemeier: “Profi-Wixxer aus der Weltstadt Springen bei Heidenrod über Niedergladbach, Obergladbach und Hausen vor der Höhe, und den Erbsenzähler, der seine Schmarotzer-Karriere der Existenz der BILD verdankt”)
Aber da Fleischhauer ja Spiegel-Redakteur ist und sein Buch auch gleich online im Spiegel-Shop gekauft werden kann, wird’s schon klappen mit der Auflage.
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Es gibt ja so gewisse gefühlte Grundwahrheiten über die Deutschen und ihre Vorlieben und Abneigungen. Eine davon ist die leidenschaftliche Schnäppchenjagd - die kann dann ja auch schon mal so weit gehen, dass man sich ein neues Auto kauft, dass man sich eigentlich überhaupt nicht leisten kann, weil einem der Staat 2.500 Euro schenkt, wenn man sein altes, völlig intaktes Auto verschrottet. Ist ja billiger - muss man mitnehmen.
Ein anderer Minimalkonsens ist das Schimpfen über die Deutsche Bahn - ob es um den bösen Mann an der Spitze geht oder den verspäteten Zug am Bahnsteig: Wenn der jedesmal ein Fahrgast verloren ginge, wenn jemand beteuert, jetzt nie wieder Bahn zu fahren, würden die Züge längst mit Fahrgastzahlen unter Null durch die Lande rollen. (Am Endbahnhof müssten dann so lange Bahnmitarbeiter einsteigen, bis der Zug wieder leer ist.)
So gesehen stellen Kampagnen wie die, die Tchibo aktuell anbietet, den gefühlten Durchschnittsverbraucher vor ein Dilemma: 6 Bahnfahrten für 127 Euro sind ein Schnäppchen. Aber man muss Bahn fahren, um es auszunutzen.
Doch mit etwas nachdenken kommt die Lösung: Natürlich beim Kaffeeröster Schlange stehen, sich dann in den Zug setzen, die weitestmöglichen Strecken abfahren - nicht weil man dahin will, sondern weil man es ja kann - und dem Schaffner dabei eine lange Nase drehen: Schließlich hat man es dem bösen Transportkonzern mal wieder so richtig gegeben!
In diesem Sinne: Gute Fahrt!
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Quizfrage: Wie lange braucht ihr, um auf dieser Fernbedienung eines DVD-Players die “Play”-Taste zu finden?

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Gut, es wäre vermessen, den Niedergang von Arcandor allein am sperrigen Namen festzumachen - dennoch war es eine selten dämliche Entscheidung, eine traditionsreiche Marke (okay, das Amalgam zweier Marken) wie KarstadtQuelle seinerzeit für mehr als 100.000 Euro durch ein sinnfreies Kunstwort zu ersetzen. Teil der offiziellen Begründung damals:
Bei der Auswahl des neuen Namens habe der Anfangsbuchstabe „A“ eine Rolle gespielt, sagte Middelhoff. Durch den Anfangsbuchstaben kann das Unternehmen unter den 50 im Börsensegment MDax notierten Unternehmen im Alphabet von Platz 25 auf Platz drei vorrücken.
Wenn wir schon die wirtschaftlichen Realitäten außen vor lassen und hobbypsychologisch die Anleger durchleuchten, wie wäre es dann mit der Frage, ob die einer ungelenken Wortneuschöpfung wirklich mehr Vertrauen schenken als einer etablierten Marke - ich wüsste nicht, wieso.
Aber der Umbenennungswahn feiert auch auf dem sinkenden Schiff noch fröhliche Urständ:
Der Versandhandelsbereich heißt inzwischen nicht mehr Quelle, sondern Primondo. Teile davon werden nun zusammen mit einigen der Kaufhäuser in eine Neugründung names Atrys ausgegliedert.
Wer den Namen ändert, hat meist etwas zu verbergen - z.B. eine finstere Vergangenheit. Wie viel Vertrauen brächte man einem Menschen entgegen, der einem innerhalb weniger Jahre unter drei gänzlich verschiedenen Namen über den Weg liefe? Und wieso sollte das, was im zwischenmenschlichen Bereich Misstrauen auslöst, in der Wirtschaft plötzlich als modern und dynamisch empfunden werden?
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