Was ist das?

Private Mitteilungen aus der TV-Soap-Fabrik

Der letzte Eintrag bringt mich auf ganz andere Gedanken: Seit Jahren beobachte ich im Umgang mit Smileys in Klammersätzen (also Passagen in Klammern, so wie diese) zwei unterschiedliche Schulen. Die einen schließen die Klammer nach dem Smiley, eventuell mit Leerzeichen zur Abgrenzung: “(Dieser Text ist Unsinn. :-) )” Die anderen lassen die letzte Klammer weg: “(Das sieht etwas dumm aus. :-) Denn hier geht Text weiter, der nicht mehr in der Klammer steht.”

Mit der zweiten Variante kann ich mich gar nicht anfreunden - ein Smiley ist eine Konstruktion für sich; die verwendeten Satzzeichen haben ihre ursprüngliche Bedeutung eingebüßt und eine neue Bedeutung angenommen. (Schließlich käme keiner auf die Idee, nach einem “:-(”-Smiley im Fließtext die durch den “Mund” geöffnete Klammer wieder schließen zu müssen.)

Andererseits: Wenn man genügend Zeit hat, um seinen Text so zu strukturieren, dass man Klammersätze einbaut, dann sollte man eigentlich auch seine Wortwahl soweit in den Griff bekommen können, dass man Ironie und Ähnliches ganz ohne Smileys ausdrücken kann, oder? (Im Gegensatz zu hingerotztem Geschreibsel in Chats und Co - das ist ja eher mit gesprochener Rede vergleichbar, insofern erfüllen Smileys da eine nützliche Funktion, indem sie den Gesichtsausdruck des Gesprächspartners ersetzen.)

4 Responses to “Die Klammer hinter dem Smiley”

  1. Danke
    Vielen Dank für die Analyse des Smily-Problems!
    Nachdem ich etliche Bücher zu diesem Thema gewälzt habe und auch bei der Duden-Telefonseelsorge keine befriedigende Antwort zu diesem Themenkomplex erhalten habe, kam mir die Einsicht in die Notwendigkeit einer 2. Klammer hinter dem Smily letztlich durch Ihre geniale aber leichtverständliche Darstellung des Problems und der Lösung zu demselben!

    http://hannesb.homeip.net

    Anonymous

  2. Keine Ursache
    Ich fühle mich stets der allgemeinen Aufklärung verpflichtet. Für zukünftige Blog-Einträge gibt es noch eine Menge weiteres Material. Zum Beispiel: Wenn im Internet Schreien durch GROSSBUCHSTABEN gekennzeichnet wird, im normalen Schriftverkehr aber durch ein Ausrufezeichen, wie ist es dann zu verstehen, wenn jemand im Internet GROSS UND MIT AUSRUFEZEICHEN! schreibt?

    All dies dient der Suche nach der Antwort auf die uralte philosophische Frage: Wenn jemand einen Blog-Eintrag schreibt und keiner liest ihn, ist er dann wirklich geschrieben worden?

    Anonymous

  3. Auf die uralte Philosophische Frage bezogen: Zumindest ist der Blog dann höchstwahrscheinlich nicht fehlerfrei und möglicherwerise unleserlich, wenn ihn nicht einmal der Autor während des Schreibens liest… insofern kann man zumindest sagen, dass er nicht hätte geschrieben werden sollen ( ;) )

    Anno N. Ühm

  4. Ach ja - die meisten Leute sind selbst bei gut geschriebenen Texten nicht in der Lage, Ironie zu erkennen… in der direkten Kommunikation kann man da Missverständnisse schnell korrigieren, aber wenn man per E-Mail mit der Person kommuniziert, können dann die Smiley (trotz Klammer ;) ) oft hilfreich sein…

    Anno N. Ühm

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