Ich hatte mich ja schon immer etwas darüber gewundert, dass anscheinend der Rest der Welt die Redewendung “wie die Faust aufs Auge passen” genau anders herum verwendet als ich es tue: Ich hatte es immer nur als “das passt gar nicht zusammen” kennen gelernt. Heutzutage jedoch wird es i.d.R. mit der Bedeutung “das passt ganz toll zusammen” verwendet.
Die TVBlogger setzten jetzt noch einen drauf und schrieben:
Es gehört wie die Faust auf das Auge: Dinner for One am Silvesterabend
Nun war ich mal neugierig genug, nachzugooglen. Und siehe da, der Duden ist sehr salomonisch:
Mit dem Vergleich wurde zunaechst ausgedrueckt, dass etwas ueberhaupt nicht zu etwas passt: Faust und Auge passen nicht zusammen, weil es hoechst unangenehm ist, einen Faustschlag aufs Auge zu bekommen. Durch haeufigen ironischen Gebrauch entwickelte sich die gegenteilige Bedeutung.
So können alle zufrieden sein, denn selbst unsere Sprachwächter erlauben beides. (Dass die TVBlogger allerdings die Meinung vertreten, die Faust gehöre sogar aufs Auge, finde ich nun doch etwas beängstigend…)
“Wie die Faust auf das Auge”
Sehr geehrter Herr Baumeister,
ich habe natürlich nicht gemeint, dass die Faust auf das Auge gehört - man muss es in Weblogs auch einmal mit ironisch gemeinten Beiträgen versuchen; womit ich auch den Duden bestätige, WIE ich den dieses Sprichwort gemeint habe.
Gruß,
Frederic Schneider
TVBlogger-Kolumnist
Anonymous
Januar 6th, 2006
Sanfte Ironie
Hallo,
ich bitte auch meine Beängstigung über diese Wortwahl als sanfte Ironie aufzufassen - ich fand den unerwarteten Dreh, den diese kleine Veränderung der Redewendung gab, nur so schön, dass ich ihn nicht unkommentiert lassen wollte. (Und ob’s die Duden-Redaktion mag, ist beim Bloggen eh irrelevant - mich hatte Ihr Beitrag nur endlich dazu inspiriert, mal nachzusehen, welche Bedeutung der Redensart die originale war.)
Gruß
Baumi
Anonymous
Januar 7th, 2006