Nur Mord ist fremdenfeindlich….

So, so, da lese ich bei Spiegel-Online doch glatt:

Nehm bezweifelt fremdenfeindlichen Angriff

Generalbundesanwalt Kay Nehm hat heute die Ermittlungen wegen des Überfalls auf den Deutsch-Afrikaner Ermyas M. in Potsdam an die dortige Staatsanwaltschaft abgegeben. Er geht nicht mehr von einer fremdenfeindlichen Tat aus.

Etwas weiter unten heißt es dann aber:

Entgegen der ursprünglichen Verdachtslage stünden […] die „nachweislich fremdenfeindlichen Äußerungen der Täter […] weder räumlich noch zeitlich in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Niederschlagen des Opfers“.

Wegen des „zwei-aktigen Geschehensablaufs“ könne den Verdächtigen nicht mit Sicherheit der bedingte Tötungsvorsatz nachgewiesen werden[…] Eine Anklage wegen […] Körperverletzung falle aber nicht in die Verfolgungskompetenz des Bundes. Diese sei nur bei schweren Taten wie Mord und Totschlag gegeben.

Für mich wäre das Fazit aus dem Artikel ja eher „Nehm bezweifelt Tötungsabsicht“. Wie man daraus hingegen ableiten kann, dass er den fremdenfeindlichen Hintergund – oder gar, wie die Überschrift suggeriert, den Angriff als solchen bezweifelt, bleibt das Gehemnis der zuständigen Redakteure.

Comments are closed.