Kampf gegen Werbewindmühlen

Ich mache mir nicht die Illusion, damit irgend etwas zu bewegen, aber die Plakate von „aha.de“ nerven dermaßen, dass ich das den Laden wenigstens wissen lassen wollte. Also hab‘ ich eben folgende Mail losgeschickt:

Guten Tag,

ich bin Anfang 30, hab‘ gerade einen guten Job angenommen, und werde in nächster Zeit wohl endlich einmal Ordnung in meine Versicherungsangelegenheiten bringen. Durch Plakatwerbung wurde ich auf Aha.de aufmerksam – und immerhin weiß ich jetzt, dass ich dessen Dienste und – Gründlichkeit ist Ehrensache – die der gesamten Transparent Gruppe nicht in Anspruch nehmen werde: Wer glaubt, mir allmorgendlich auf dem Weg zur Arbeit in riesigen Lettern Beleidigungen a la „gottverdammte Pissflitsche“ aufnötigen zu müssen, den muss ich dafür nicht auch noch belohnen.

Ihre Pressemitteilung nennt diese Slogans „laut und auffällig“, und das sind sie auch. Laut und auffällig sind übrigens auch die Besoffenen, die ab und an in Fußgängerzonen mit einer ganz ähnlichen Wortwahl Passanten beschimpfen. Die können immerhin noch als Entschuldigung vorbringen, dass sie alkoholisiert sind – davon gehe ich bei Ihnen und Ihrer Marketing-Abteilung einmal nicht aus.

Es gibt viele Möglichkeiten, sich über Versicherungen zu informieren, da muss ich nicht eine wählen, deren Anbieter 1,5 Millionen ausgibt, um meine Umgebung mit Beleidigungen zuzupflastern.

Ach ja: Ich bin zwar durchaus an individuell verfassten Antworten auf dieses Schreiben interessiert, verbitte mir aber ausdrücklich die Aufnahme in irgendwelche Mail-Verteiler oder die Zusendung von Produktinformationen jeglicher Art. Ich habe kein Interesse daran, das Niveau Ihrer sonstigen Marketingmaterialien kennen zu lernen, die Plakate reichen mir vollkommen.

Mit freundlichen Grüßen

Jens Baumeister

P.S.: Nur zur Information – ich habe diesen Text auch unter http://www.jensbaumeister.de/ gepostet, dort werde ich auch eventuelle Antworten veröffentlichen.

Update: Ich hab mich übrigens etwas vertan – auf den Plakaten steht nicht „gottverdammte Pissflitsche“ sondern „hirnverbrannte Pissflitsche“ – nicht, dass das einen großen Unterschied macht, aber ich wollt’s nicht unerwähnt lassen…

Update 2: Noch was: Das Plakat, das ich gesehen habe, war von einem Unbekannten korrigiert worden. Bei näherem Hinsehen fiel mir auf, dass das „I“ ein übermaltes „E“ war. Ursprünglich stand dort nämlich „Pissfletsche“ statt „Pissflitsche“, was genauso unappetitlich, aber noch dazu anscheinend außerhalb der Werbeplakattexterwelt völlig unbekannt ist.

One Response to “Kampf gegen Werbewindmühlen”

  1. […] einen Großteil aller Plakatwände belegen –naja, vielleicht fegen sie dann auch meine momentanen Hassobjekte aus dem […]