Archive for Dezember, 2007

…aber manche sind gleicher

Montag, Dezember 31st, 2007

Schon merkwürdig: Wann immer hierzulande Skins auf einen Ausländer einprügeln, zeig sich die Politik betroffen, betont aber auch, dass es sich um „Einzelfälle“ und „keinen Trend“ handele. Wenn es aber umgekehrt dazu kommt, dass ein deutscher Rentner brutal von ausländischen Jugendlichen zusammengeschlagen wird, fordert Herr Koch gleich allgemein schärfere Gesetze.

Woran liegt’s? Meine Theorie: Deutsche Ausländerfeinde dürfen wählen, Flüchtlinge und Asylsuchende hingegen nicht…

Leider nicht in Löwenzahn-Land

Montag, Dezember 31st, 2007

Bei der Firma hinterm Haus hat sogar am Sonntag vor Silvester jemand spät abends Bürodienst. Ich frag‘ mich, wofür der da sitzen muss.

Wenn ich Peter Lustig in „Löwenzahn“ wäre, würde ich jetzt rübergehen und nachfragen. Und ich würde natürlich eine nette und verständliche Antwort bekommen.

Leider leben wir nicht in Löwenzahn-Land. Oder tun wir es, und ich bin einfach nicht Peter Lustig?

Tränen-Junkies im ZDF

Sonntag, Dezember 30th, 2007

Heute im ZDF beim Skispringen: Nach dem extra rührseligen Ende eines Nachrufs auf den ehemaligen Skispung-Trainer Reinhard Heß, der Heiligabend starb, schneidet die Regie auf Sven Hannawaldts Augen – bildschirmfüllend. Frei nach dem Motto: Wenn da eine Träne ist, dann zeigen wir sie. Pietät war gestern.

Ich könnt kotzen.

Wo ist das deutsche „Boston Legal“?

Samstag, Dezember 29th, 2007

Ich gucke ja inzwischen nur noch selten US-Serien im deutschen Fernsehen. Meistens warte ich auf die DVD-Veröffentlichung, um den Originalton zu haben. Aber nicht jede Serie reizt mich so sehr, dass ich mir DVDs kaufe oder ausleihe. So kam es, dass ich neulich Abend eher zufällig bei einer Bekannten auf VOX eine Folge „Boston Legal“ geguckt habe.

Ich fands ja ganz nett, es konnt emich aber – ähnlich wie schon „Ally McBeal“ nicht so richtig begeistern. Was mir aber auffiel: Die Folge war randvoll mit geistreichen und z.T. anspruchsvollen Anspielungen auf die aktuelle Situation der US-Gesellschaft. Sowas kenne ich aus Deutschland vielleicht noch von „Ein Herz und eine Seele“. Aber danach?

Klar, fast jeder „Tatort“ packt politisch brisante Themen an, und einige andere Krimis auch – aber in der Regel auf ernste, dramatische Weise. „Boston Legal“ kommt viel leichter daher. Gibt es aktuelle deutsche Serien die den Spagat zwischen komödiantischer Unterhaltung und gesellschaftlicher Relevanz schaffen?

SpOn lässt sich durch Zahlen verwirren

Samstag, Dezember 29th, 2007

Drüben bei SpiegelOnline empfindet Felix Knoke dialektischerweise Amazons Verkaufsstatistik zur Weihnachts-Saison sowohl als „Trivial-Statistik“ als auch als zitierenswert. Allerdings mit interessanter Mathemaktik:

Herausragend war aber der Erfolg der Nintendo Wii-Spielkonsole. Über das Jahr gerechnet konnte Amazon 17 Stück davon pro Sekunde über den Online-Tresen schieben. Aber nur, solange sie vorrätig waren …

Übers Jahr gerechnet 17 Wii pro Sekunde? Das hieße, dass Amazon im letzten Jahr 536.112.000 Wii verkauft hätte! Was schreiben sie wirklich?

Amazon.com sold Nintendo Wii systems at approximately 17 per second when they were in stock.

Und wie lange waren sie vorrätig? Ende November z.B. für ungefähr 10 Minuten. (Da lag das Verkaufstempo aber eher bei einer Wii alle 3 Sekunden.) Nach der Logik von SpOn könnte ich mich also in ein Auto setzen, damit einmal kurz 200 fahren und danach den Rest des Jahres behaupten, dass ich „übers Jahr gerechnet“ mit 200 Sachen unterwegs gewesen bin.

Warten auf die iPod-Fanboys

Mittwoch, Dezember 26th, 2007

Seitenaufrufe sind ja eine wichtige Währung im Netz. Und gewisse Themen ziehen ja die kommentarwütigen Leser unwiderstehlich an. Kritische Meldungen über Apple gehören dazu – insbesondere, wenn sie eher flexibel mit den Fakten umgehen.

Neueste Sau im globalen Dorf: Apples Patentantrag auf automatische Lautstärken-Reduktion beim iPod. Wohgemerkt: Nur ein Patentrag. Keine Ankündigung, das realisieren zu wollen, keine Auskünfte, wie so eine Realisation aus sehen könnte, nichts außer einem Patentantrag. Wie kann man das wirksam vermarkten?

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Journalismus 0.5

Mittwoch, Dezember 26th, 2007

Bin ich eigentlich der Einzige, den es nervt, wenn SpOn Links, die auf einestages.de führen, in keiner Weise vom tagesaktuellen Inhalt abhebt? Viel zu oft lässt sich nicht sofort erkennen, ob sich hinter einer Überschrift frische Informationen zu einem Thema verbergen oder nur mehr oder weniger nostalgische Erinnerungen. (Ich sag‘ erst gar nichts zu den teilweise absurden Durchklick-Aktionen, die man vor sich hat, wenn man dann auch noch den tatsächlichen Beitrag auf einestages.de lesen will…)

Der „Monk“-Autor über die Probleme deutscher Serien

Mittwoch, Dezember 26th, 2007

Schon ein paar Wochen alt, aber lesenswert: Lee Goldberg analysiert die Probleme der deutschen TV-Landschaft:

The problem with cop/drama shows in Germany is that the shows are indistinquishable from one another. They all look and sound the same (it’s like color TV hasn’t been invented here). They aren’t distinct. They also aren’t consistent. And the story telling is insanely dull.

Der „Tatort“ und die Aleviten [Aktualisiert]

Dienstag, Dezember 25th, 2007

Ich bin ja was Religion im Allgemeinen und den Islam im Besonderen angeht eher ahungslos. Obwohl man die Begriffe „Schiiten“ und „Sunniten“ tagtäglich in den Nachrichten hören kann, habe ich mir nie die Mühe gemacht, nachzulesen, was denn nun der Unterschied im Glauben zwischen den Beiden ist. Und bis Sonntag hätte ich noch nicht einmal gewusst, dass Aleviten auch Moslems sind.

Doch dann kam ja der „Tatort“. Der spielte im Deutsch-Türkischen Millieu und hatte am Ende als Täter (Achtung, Spoiler) einen alevitischen Familienvater, der seine Tochter missbraucht hatte. Nun gut, irgendwer ist in Krimis ja immer der Täter – und wenn 90% der Figuren aus dem Migranten-Umfeld kommen, ist die Überraschung nicht so groß, dass es einer davon ist – und nirgendwo erschien es so, als habe dessen Religion oder Nationalität irgend etwas mit der Tat zu tun.

Insofern war ich irritiert, dass die alevitische Gemeinde wegen dieses „Tatort“ Anzeige wegen Volksverhetzung erstattete. Dann recherchierte ich, und hab’s etwas besser kapiert.

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Bildqualität auf LCD-Fernsehern

Dienstag, Dezember 25th, 2007

Da diese Weihnachten bestimmt wieder viele LCD-TVs verschenkt wurden, wird sich inzwischen der eine oder andere Beschenkte verwundert die Augen reiben, wenn er/sie sieht, wie mies das Bild verglichen mit der alten Röhre doch aussieht.

Woran liegt’s? Die Kaufberatung bei dooyo fasst es schön zusammen:

Neue LCDs und Plasma-Schirme setzen auf HDTV (kurz: HD). 2005 noch die Ausnahme, ist HDTV bei hoch auflösenden Fernsehern inzwischen Standard. […] HDTV-Bilder haben mindestens 1080 Zeilen interlaced, d. h. in Halbbildern (1080i) und 720 Zeilen progressive, d. h. in Vollbildern (720p) – […] Das heißt aber auch, dass HDTV-fähige Geräte ihren Bildprozessor aktivieren müssen, um die Quellsignale auf ihre eigene Auflösung zu skalieren, d. h. intern umzurechnen.

Dieses Umrechnen kann Bildqualität kosten. Ein LCD-Fernseher beispielsweise mit einer Auflösung von 960 x 540 Pixeln ist mit seien 540 Vollbild-Zeilen nicht HDTV-fähig. […] Speist man diese Geräte mit HDTV-Signalen, also etwa von einem HD-ready-DVD-Spieler, rechnet er die 720 Zeilen in seine eigene, native Auflösung um. Umgekehrt müssen HD-ready-fähige Flach-TVs bei PAL-Bildern mit 576 Zeilen die niedrige PAL-Auflösung auf die native HDTV-Auflösung hochrechnen. Dieses Umrechnen von Halbbildern auf Vollbilder wird Deinterlacing genannt und ist technisch durchaus anspruchsvoll. Und gerade damit haben Flachfernseher desöfteren ihre liebe Not. So kommt es, dass Flach-TVs zwar bei HDTV brillante Bilder liefern, bei PAL-Fernsehen, sprich bei Tagesschau und Sportschau, oft verrauschte Bilder hinbekommen.

Kurz gesagt: Solange sich hierzulande kein HDTV etabliert, hat man beim normalen TV-Gucken nicht viel von den teuren Kisten. (Es sei denn man schließt eine der neuen Spielkonsolen oder einen HD-DVD- oder BluRay-Player an. Auch DVDs können schon etwas profitieren.)

Ach ja, was die hiesige HDTV-Zukunft angeht, hat DWDL keine guten Nachrichten