Doppelmoral

Ich sag mal nur soviel: Als vor einigen Wochen ausländische Jugendliche einen deutschen Rentner zusammenschlugen, löste das eine bundesweite Debatte über Jugendgewalt im Allgemeinen und gewalttätige Ausländer im Besonderen aus.

Die Nachricht, dass am Wochenende ein junger Mann aus dem Kongo in Köln von jugendlichen SKinheads erst als „Nigger“ beschimpft und dann zusammengeschlagen wurde, schafft es in die Kölner Lokalpresse

Ach ja, dafür bringt die „Welt“ aber einen Kommentar mit dem schönen Titel „Auch Migranten leiden unter Jugendgewalt„. Da wird zwar in einem Absatz darauf hingewiesen, dass die „Zahl der Todesopfer rechtsradikaler Gewalt […] diejenige von Ausländern gegen Deutsche um ein Vielfaches [übersteigt]“, trotzdem beschäftigt sich der Rest des Artikels ausschließlich mit der Rolle ausländischstämmiger Täter. Zitat:

Warum veranstaltet der Türkische Bund Berlin keine Diskussion zum Thema „Delinquenz unter türkischen Jugendlichen“? Wenn sie sich weiterhin weigern, dies als ein gemeinsames Problem zu betrachten, wird man es bald ohne sie lösen müssen.

(Nicht dass wir uns falsch verstehen – Schläger gehören bestraft, egal woher sie kommen. Warum die derzeitige Debatte trotzdem vor Doppelmoral trieft, erschließt sich, wenn man z.B. den Links in diesem Artikel des Bildblog folgt.)

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