Dieser Bericht dementiert sich in 3 Absätzen selbst

Da soll noch einer sagen, die Medien würden heutzutage keine Berichtigungen mehr abdrucken. Spiegel Online schafft es aktuell, den Anreißer eines Artikels gegen Ende desselben Artikes zu dementieren:

Zu Beginn heißt es:

Ein 16-jähriger Schüler aus den USA hat offenbar geplant, eine Passagiermaschine zu entführen und abstürzen zu lassen – über einem Popkonzert von „Hannah Montana“.

Drei Absätze weiter unten folgt dann:

Der FBI-Sprecher dementierte zugleich Berichte, nach denen der […] Junge ursprünglich vorgehabt habe, die Maschine […] in ein „Hannah Montana“-Konzert zu steuern.

Applaus für diese dialektische Leistung, die sich durchaus mit dem messen kann, was die Boulevard-Konkurrenz in Berlin so verzapft.

2 Responses to “Dieser Bericht dementiert sich in 3 Absätzen selbst”

  1. Milhouse sagt:

    Es ist wirklich grausam, in welche Richtung SpOn steuert.

    Ich hatte ein Ähnliches Problem mit einem Artikel über Eisberge, der mit dem Satz „Auch die Bewohner von Neuseelands Küsten müssten sich nicht vor den Eisriesen fürchten: Da sie zu rund 90 Prozent unter Wasser liegen und einen entsprechenden Tiefgang haben, dürften sie in den flachen Küstengewässern Neuseelands nicht besonders weit kommen.“ endete. Was den Autoren aber nicht davon abhielt, den Artikel mit „GEFÄHRLICHE BROCKEN – Eisberge treiben auf Neuseeland zu“ zu betiteln. Auf meine Nachfrage nach dem Grund für die reißerische Überschrift hab ich leider keine Antwort erhalten.

  2. Baumi sagt:

    Um so erschreckender, dass mit von Blumencron jetzt der Mann, der SpOn erfolgreich boulevardisiert hat, auch noch die Zügel beim gedruckten „Spiegel“ in der Hand hat.