Fruchtalarm!

Eine Sache hatte ich ja ganz vergessen zu erwaehnen: Inken hat mich fast den Neuseelaendischen Sicherheitsbehoerden ausgeliefert. Und das kam so:

Neuseeland hat verdammt strenge Einfuhrgesetze, was alles Tierische und Pflanzliche angeht. Das haengt damit zusammen, dass sich auf diesen Inseln aufgrund ihrer Abgeschiedenheit ganz eigene Arten gebildet haben, die es kaum sonst irgendwo gibt. Einige davon sind inzwischen vom Menschen ausgerottet, so z.B. der Riesenmoa, ein flugunfaehiger Vogel, den die Maori fleissig bejagt haben bis er weg war – weshalb gerade ein Forscherteam mehrere 100.000 Euro bewilligt bekommen hat, um herauszufinden, was das Tier gefressen hat, indem sie in jahrhundertealter Vogelkacke wuehlen.

Damit zukuenftige Generationen aehnlich eklige Auftraege ersprart bleiben, muss man jetzt als Tourist durch Roentgenschleusen wie am Flughafen, die kontrollieren, dass man auch kein Obst oder sonstwas ins Land bringt. Ausserdem wird das Gepaeck zur Sicherheit noch von eigens abgerichteten Obstspuerhunden beschnuppert.

Ich wartete also arglos beim Gepaeckfoerderband auf mein Gepaeck, als ein Sicherheitsmann mitsamt hektischem Beagle an mich trat und an meinem Carry-On-Rucksack schnuppern wollte. (Der Hund, nicht der Mann.) Wauwau macht das also, und setzt sich prompt brav auf den Boden. Das heisst nun aber nicht „Oh, der Mann ist aber nett zu Hunden“, sondern „Oh, der Rucksack riecht nach verbotener Ware.“ Mit anderen Worten:

Es folgte eine Prozedur, vor der es jedem Touristen graust: Der Rucksack wird im Ausland nach illegalen Suedfruechten durchsucht! Es war nichts drin – doch dann ward mir klar, was den Fruchtalarm ausgeloest hatte: Es waren die Erfrischungstuecher, die mir meine liebe Kollegin Inken kurz vor der Abreise in die Hand gedrueckt hatte. Zitrusaroma. Und ich hatte mich schon gefragt, wieso sie mir die geschenkt hatte – schliesslich gibt’s die im Flugzeug sowieso. Aber nun weiss ich es: Sie wollte mich in einem Aucklander Obstknast vor mich hin rotten sehen!

Gluecklicherweise sind Erfrischungstuecher keine Gefahr fuer die hiesige Natur, und so kam ich ungeschoren davon. Aber, liebe Inken, eines kann ich jetzt mit offizieller Bestaetigung behaupten: Deine Erfrischungstuecher riechen absolut verboten.

P.S.: Ich hab‘ die ersten Fotos hochgeladen. Sogar mit Landkarte.

Viel Spass!

4 Responses to “Fruchtalarm!”

  1. Markus Baumeister sagt:

    Wie gut, dass man in spaeteren Absaetzen darueber aufgeklaert wird, was „Inken“ ist. Ich hatte mich schon gefragt wie etwas, das sich verdaechtig nach DTP-Programm anhoert, Einfluss auf neuseelaendische Hundenasen haben kann.

    Aber das war vermutlich beabsichtigt, um den Spannungsbogen der Geschichte aufzubauen (also sozusagen berufsbedingt ;-).

    Und jetzt schnell verstecken, bevor dieser voellig un-PCe Kommentar auffaelt.

  2. inken sagt:

    also, lieber herr baumeister!

    blöd, dass mein so hübscher plan, dir einen verlängerten aufenthalt in neuseeland zu ermöglichen so schnell und folgenlos aufgedeckt wurde. dennoch möchte ich der vollständigkeithalber darauf hinweisen: es ist seife!!!! keine erfrischungstücher.
    tut mir echt leid, dass du ärger hattest, aber sieh es doch mal so: du hattest gleich intensiven kontakt zu den eingeborenen und ihren haustieren, wer kann das schon von sich sagen…?

    alles liebe und weiterhin viel spaß, inken

  3. Baumi sagt:

    Okay – Seife, Erfrischungstuecher – ist dochalles dasselbe, wenn man nach 26 Stunden Reise vor den Fahndungsbeamten steht. Aber wenn wir schin genau sind, dann auch richtig: Ein Spuerhund zaehlt nichts so sehr als Haustier, oder? Wenn schon, dann eher als Flughafentier oder allgemeiner gefasst als Arbeitsplatztier.

  4. inken sagt:

    her baumeister!
    dass du selbst aus neuseeland versucht, mich in den wahnsinn zu treiben mit deinen zugegebenermaßen geistreichen, aber eben auch unfassbar baumeisterischen wortspielen!!!! AUS! Und okay, du hattest also intensiven kontakt zu eingeborenen arbeitsplatztieren: herzlichen glückwunsch dazu! so jetzt muss ich weiter lesen, was du so für abenteuer bestehst in meinem lieblingsland, tschö und liebe grüße, inken