Reisetag

Heute stand ein Tag mit 8 Stunden Busfahrt an. Das ist hier nun aber nicht so oede, wie man vermuten koennte: Neuseelands erste Siedler, die Maori, hatten ueber Jahrhunderte hinweg keine Schriftsprache, sondern nur Schnitzereien und muendliche Ueberlieferungen, um ihre Geschichte zu tradieren – und so sind die meisten Maori (und anscheinend Neuseelaender im Allgemeinen) bis heute grossartige Geschichtenerzaehler.

Deshalb ist auch eine stinknormale Fahrt mit dem Ueberlandbus (das hiesige Aequivalent zur Bahn) in der Regel hoechst unterhaltsam – der Fahrer erzehlt Anekdoten ueber die Orte, an denen man vorbeikommt, Geschichten aus seiner Familie oder singt auch einfach mal ein paar Lieder – sowohl traditionelle Maori-Gesaenge als auch abstruse Perlen wie „Das Lied, das die Kuehe nachts summen, wenn sie alleine auf der Weide stehen“.

Das kann zwar je nach Fahrer etwas viel werden, ist mir aber lieber als die uebliche Behordenunfreundlichkeit an Bord der Deutschen Bahn.

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