Heisse Sache, das

Heute mal ein paar Eindruecke aus Rotorua, einer Stadt, die aus irgendeinem Grund mitten in einem Vulkankrater errichtet wurde. Die Konsequenzen: Viele dampfende, heisse Quellen, extrem fruchtbarer Boden, ein Schwefelgeruch wie von faulen Eiern, der ueber dem ganzen Ort liegt, und ein Nachbardorf, das 1886 bei einem Vulkanausbruch unter Schlammlawinen begraben wurde.

Davon liess man sich hier nicht beeindrucken. Die Schlammlawinen vernichteten auch zwei wunderbare Naturspektakel, die „Pink Terraces“ und ihr weisses Gegenstueck, die bis dahin gute EInnahmequellen gewesen waren, also baute man ein eindrucksvolles Badehaus (heute das Stadtmuseum), um weiterhin reiche Touristen anzulocken.

Leider ging alles schief, was schiefgehen konnte: Es war nicht genuegend Geld da, das saure Wasser zerfrass schon vor der Eroeffnung 1909 die ersten Rohre und die Sonnenterrasse hatte das Problem, dass in dieser Gegend einfach zu selten die Sonne schien. Nach 50 Jahren war der Laden so gammelig geworden, dass er geschlossen wurde, und fast abgerissen worden waere. Statt dessen zog oben ein Lokal ein und unten eroeffnete das Muesum. Klingt wie ein guter Plan – nur leider mutierte das Lokal bald zum Nachtclub mit Livemusik, so dass gegen Ende der 60er Jahre regelmaessig Bier durchs Fachwerk ins Museum troepfelte. Aber der Laden brachte genug Geld ein, um das Haus vor dem Abriss zu retten.

1990 lief der Vertrag fuer den Nachtclub dann aus, die Museumsleitung schmiss ihn voller Erleichterung raus und hat inzwischen einen Grossteil der Spuren beseitigt, die 30 Jahre Party unter Tudor-Holzdecken hinterlassen hatten.

Passende Bilder folgen spaeter, dafuer sind jetzt aber welche von den Sandduenen und dem zuvor erwaehnten 90-Mile-Beach online. Klickt auf den Link auf der rechten Seite, dann koennt ihr mal gucken, was sich getan hat.

4 Responses to “Heisse Sache, das”

  1. Anonymous sagt:

    Hi Jens,

    lese mit großem Interesse, was du so erlebst auf der anderen Seite der Welt. Wie nicht anders zu erwarten, flüssig, informativ und locker verfasst. Fotos gefallen mir auch. Lass es dir weiterhin gut gehen auf deinem kleinen Auslands-Trip.
    Kai aus Kölle

  2. Kai-Uwe Eckert sagt:

    Kleiner Nachtrag, diesmal „richtig“ mit meinem Namen unten rechts: Bäume umarmen scheint echt Spaß zu machen, so gut gelaunt, wie du dabei aussiehst. Sollte das vielleicht auch mal hier in Köln gegenüber meiner Wohnung im Kirchgarten probieren – vielleicht nach der Arbeit.
    :-)

  3. Baumi sagt:

    Naja, das war aber auch ein besonderer Baum: Ein 400 Jahre alter Kauri-Baum (was fuer so einen Baum recht jung ist – die koennen bis zu 4000 Jahre alt werden), bei dem es der Sage nach Glueck bringt, ihn zu umarmen.

  4. Kai-Uwe Eckert sagt:

    Dann kann bei deiner Reise ja nichts mehr schief gehen.
    :-)