Archive for Oktober, 2008

Nemo gefunden

Freitag, Oktober 31st, 2008

Ihr kennt doch sicher alle diese flachen Steine, die, wenn man sie richtig ueber die Wasseroberflaeche schleudert, ein paar Mal auftitschen, bevor sie untergehen? Diese Steine legen weitere Strecken in Gewaessern zurueck als ich.

Zwar liegt irgendwo zuhause wahrscheinlich noch die Kinderbadehose mit dem Seepferdchen-Aufnaeher herum, aber in Wahrheit bewegen sich meine Schwimmfaehigkeiten etwas unterhalb von denen einer halben Tonne Zement. Aus diesem Grunde war es fuer mich natuerlich eine absolute Selbstverstaendlichkeit, einen Boots-Trip raus zum Great Barrier Reef zu buchen (das ist da, wo Clownfische, Korallen und allerlei anderes Meeresgetier leben), mir Schwimmanzug, Flossen und Schnorchelbrille anzuziehen, und mich in die Fluten zu stuerzen. Schliesslich bezahlen andere Leute teures Geld fuer ein paar Sekunden Todesangst beim Bungy-Sprung. Ich hingegen kriegte fuer weniger Geld gleich zweimal 20 Minuten durchgehende Panik plus ein paar Stunden Bootsfahrt in der prallen Tropensonne geboten.
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The days are just packed…

Sonntag, Oktober 26th, 2008

Kaum zu glauben, jetzt hocke ich in Christchurch vor dem Rechner und warte auf den Bus, der mich zum Flughafen bringt.

Denn jetzt steht Australien an:


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Mal wieder was zu Dimensionen

Dienstag, Oktober 21st, 2008

So, bin in Christchurch angekommen, hab‘ aber nicht viel Zeit. Darum nur ganz kurz nochmal was, um die Dimensionen des Milford Sound (ja, ich schreibe noch mehr dazu) zu verdeutlichen:

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Das Schiff links rechts im Vordergrund ist genauso gross wie das, auf dem ich im Doubtful Sound unterwegs war, und der kleine weisse Fleck, der in der Mitte an der Grenze zwischen Wasser und Berg zu sehen ist, ist ein anderes Schiff, das viel weiter weg und unegfaehr so gross ist, wie typische Hafenrundfahrtsboote. Die Felswand ganz hinten ist wiederum noch einige hundert Meter weiter entfernt .

Oder anders gesagt: Die Felswand im Hintergrund geht direkt vom Meeresspiegel aus in scnneebedeckte Hochgebirgsregionen.

Und bevor ihr fragt: Nein, selbst wenn man leibhaftig dort ist, faellt es schwer, diese Dimensionen zu begreifen. Fuer sowas ist die menschliche Wahrnehmung einfach nicht eingerichtet.

Auch Regen bringt Segen

Montag, Oktober 20th, 2008

Okay – in den letzten Tagen hab‘ ich so viel gesehen, dass es unmoeglich ist, alles im Detail zu erzaehlen. Daher schreibe ich erst einmal nur ganz knapp und mit vielen Bildern ueber die Fahrt zum Doubtful Sound – einem der abgelegensten Orte Neuseelands – zu erreichen nur indem man mit einer Faehre zu einer Strasse uebersetzt, die zwar nur eine 22 km lange Schotterpiste druch den Regenwald ist, aber in so unwegsamen Terrain liegt, dass ihr Bau Millionen verschlang: Mit ca. 1 Euro pro Zentimeter gilt sie als teuerste Strasse Neuseelands.
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Ganz im Sueden

Freitag, Oktober 17th, 2008

So – jetzt bin ich am anderen Ende Neuseelands angekommen – Stewart Island, ganz im Sueden.

Leider ist das Internet hier langsam und etwas unzuverlaessig, darum gibt es keinen langen Eintrag, und Details und Bilder von meinen Trips in Milford und Doubtful Sound folgen spaeter – ebenso wie Naeheres zu unterhaltsamen Begegnungen mit Keas – den einzigen Papgeien, die sich oberhalb der Baumgrenze wohlfuehlen und dort offenbar so wenig zu tun haben, dass sie sich supergerne zu Touristen gesellen und allerlei Schabernack mit ihenn treiben.

Heute Abend gibt’s dann einen Beusch bei einem entfernten Verwandten der KEas, dem etwas ungluecklich benannten Kakapo – der einzige flugunfaehige Papagei der Welt (was daran liegen koennte, dass das Vieh fast 4 kg schwer wird), von dem es im Moment nur noch weniger als 100 Exemplare gibt. Eines davon wird hier gerade hochgepaeppelt und freut sich nach Angaben seiner Pfleger ueber abendliche Besuche. (Er ist nachtaktiv.)

Mehr folgt, sobald ich wieder naeher an der Zivilisation bin.

Flugtag

Montag, Oktober 13th, 2008

Okay, hier nun die Langfassung meines heutigen Tages. Ganz nach arte-Manier habe ich ihn einfach mal unter ein Thema gestellt: Fliegen.
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Neue Fotos

Montag, Oktober 13th, 2008

So, hab‘ mal wieder Fotos aufbereitet. Bilder vom Kunstflug sind leider (noch?) nicht dabei, dafuer aber jede Menge Landschaft, abstruse Schilder und ein Beispiel fuer die Ausmasse eines Gletschers im Vergleich zu den Touristen vorne links im Bild:

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Alle Bilder sind wie ueblich in der Galerie oder auf der Landkarte zu sehen.

Kurze Veranstaltungsempfehlung

Montag, Oktober 13th, 2008

Falls jemand von euch mal Gelegenheit haben sollte, vor grandioser Bergkulisse in einem Stuntflugzeug mitzufliegen und ein paar Loopings und Aehnliches mitzumachen sowie im Tiefflug durch Flusstaeler durchzufliegen – macht es! Ich hab‘ gerade eine halbe Stunde davon hinter mir, und es macht unglaublichen Spass.

Bin ja sonst kein Extremsportler und misstraue jeglicher Aktivitaet, bei der man im Voraus die Telefonnummer von Angehoerigen hinterlegen muss, aber das war gut! Und die Jungs fliegen seit 14 Jahren unfallfrei und verstehen ihr Handwerk. Ich hab‘ mich noch in keinem Flugzeug so sicher gefuehlt wie in diesem Doppeldecker – selbst als ich kopfueber drinhing.

Schreibaufruf

Samstag, Oktober 11th, 2008

Nur ein kurzer Afuruf an alle, die absolut und zu 100% sichergehen wollen, eine Postkarte zu bekommen:

Schickt mir doch bitte eure Adresse per Mail (nicht in die Kommentare, da sieht sie ja jeder), denn ich hab leider kaum Adressen dabei.

Danke!

Das war’s, ich muss wieder raus und erstaunliche Bergpanoramen geniessen.

Erwartungshaltungen und Selbstwahrnehmungen

Freitag, Oktober 10th, 2008

Definieren wir spaesseshalber einen „Reisenden“ mal als jemanden, der Interesse an dem Ort hat, an den er faehrt – im Gegensatz zum „Touristen“, der eigentlich nur „wegfahren“ will, um dann an seinem mehr oder weniger beliebigen Ziel etwas geboten zu bekommen.

Alle Reisenden, die nach so etwas wie „authentischer Erfahrung“ streben, stehen vor demselben Dilemma: Je mehr von ihnen an einem bestimmten Ort einfallen, um so weniger Authetizitaet werden sie vorfinden – stattdessen gibt’s Tourismusangebote. Wenn man das weiss, koennen freilich auch die durchaus unterhaltsam sein – man bekommt ein befriedigendes Produkt – nur heisst das Produkt eben nicht „Original und 100% echte einheimische Kultur“, sondern „Das Beste unserer Heimat, fuer Sie ansprechend verpackt“.

„Stray“, die Firma bei der ich meine Bustour ueber die Suedinsel gebucht habe, vermarktet sich selbst als Busunternehmen fuer Reisende. Das ist natuerlich Unsinn – der Bus faehrt einen von Sehenswuerdigkeit zu Herberge und umgekehrt, unterwegs wird einem dann noch die Moeglichkeit eingeraeumt, traditionelle Maori-Schnitzereien mit den althergebrachten Werkzeugen Stichsaege und Dremel zu erstellen. Wenn irgendwas nach Tourismus riecht, dann das.

Ist ja auch gar nicht so schlimm – wenn ich nur drei Wochen fuer die Suedinsel habe, verbringe ich die lieber mit portionierter Kultur als mit Rumsitzen in irgendwelchen Busstationen, weil ich auf den Anschluss warten muss. Lustig wird es nur, wenn Leute tatsaechlich glauben, etwas anderes als vorgefertigte Touristenangebote zu erleben:
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