Ausgewogene Zeitvertreibe

Als ich schon eine Zeitlang alleine wohnte, kam irgendwann ein fuer mich ungewoehnlicher Moment: Ich hatte Hunger und noch eine halbvolle Tuete „Bounty“-Minis im Schrank, aber ich hatte keinen Appetit darauf. Statt dessen wollte ich Salat.

Das war zu diesem Zeitpunkt wirklich aussergewoehnlich fuer mich – nicht, dass ich etwas gegen Salat gehabt haette – aber ich hatte noch nie vorher etwas Suesses einfach liegen gelassen, weil ich Appetit auf etwas Anderes hatte. Verdammt – ich wurde anscheinend erwachsen…

Aehnlich ging es mir heute: MWas stelle ich mit meinem ersten wirklich freien Tag in Melbourne an? (Die letzten Tage war ich entweder bei den Autoren von „Neighbours“ oder beim Pferderennen.)

Sightseeing? Ich hab‘ in den letzten Tagen so viel gesehen, ich brauch ne Pause.

Leute kennenlernen? Ich bin inzwischen so weit, dass ich keine Probleme damit habe, wildfremde Leute in Kneipen anzusprechen, wenn mir nach einem Gespraech ist (so hab‘ ich auch schon einige seh rnette Menschen kennengelernt), aber in den letzten Tagen hab‘ ich so viele Leute getroffen, und fuer die nachfolgenden Tage bin ich schon mit so vielen weiteren Menschen verabredet – ich brauch ne Pause.

Einkaufen? Ich hab alles, was ich brauche.

Waschen? Dafuer ist das Wetter zu schoen. (25 Grad und knallblauer Himmel.)

Ich glaub‘, im Moment will ich einfach nur raus an die frische Luft und durch die benachbarten Strassen gehen – nicht, um irgend etwas zu sehen, sondern einfach aus Freude daran, mich zu bewegen udn in eienr fremden Stadt eins mit mir selbst zu sein.

Da gab’s doch ein Wort fuer… Richtig: Spazierengehen!

Scheisse – jetzt bin ich endgueltig erwachsen geworden.

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