Kein Ochs, kein Esel, aber Fliegen und ein paar Kamele

Wenn man sich Australien mal auf der Landkarte anguckt, faellt einem als erstes auf, wieviel Platz da ist. Noch mehr faellt einem das auf, wenn man Stunden damit verbringt, durch ebendiesen Platz zu fahren, um von eienm Ort zum anderen zu kommen. Ein Beispiel: An einem Roadhouse (=Raststaette) wurden auf einem Schild die Sehenswuerdigkeiten von Exmouth angepriesen. Klingt ganz normal, schliesslcih ist Exmouth die naechste Ortschaft. Allerdings: Exmouth hat 2.500 Einwohner und ist von der besagten Raststaette ca. 230 km entfernt. Das waere in etwa so, als wuerde man Touristen in Bremen auffordern, Koeln Huerth zu besuchen – mit dem Untyerschied, dass kein Koeln neben Huerth ware und in einem 200-km-Radius um Bremen nichts waere als roter Sand (eisenerzhaltig) mit Gras und kurz gewachsenen Baeumen, die irgendwie eine grossartige Methode entwickelt haben, zu keiner Tageszeit auch nur ein bisschen Schatten gegen eine Sonne zu spenden, die die Luft schon morgens um 8 auf 35 Grad aufheizt.

Menschen gibt’s da verstaendlicherweise eher wenige, dafuer Kaengurus und eine unglaubliche Anzahl von Fliegen, die begeistert und in grossen Schwaermen jede nicht bedeckte Koerperoeffnung erkunden wollen. Puenktlich zum Sonnenuntergang verziehen die sich allerdings – dafuer kommen dann die Giftschlangen aus ihren Loechern, in denen sie Zuflucht vor der Hitze gesucht hatten. Menschen stehen aber bei denen genausowenig auf dem Speiseplan wie bei den diversen toedlichen oder hochgiftigen Spinnen, denen man so begegnet, es sei den man schafft es versehentlich, die Viecher zu veraengstigen…

Hier ein guter Ueberblick ueber all das, was einen an Tierleben so erwartet:

Trotz all dieser Tierchen ist Australien laut Reisefuehrer sehr sicher – im Schnitt sterben nur ein bis zwei Menschen pro JAhr an Schlangenbissen. Trotzdem war ich in der ersten Nacht, in der ich mitten im Outback unter freiem Himmel schlief etwqas misstrauisch: Immerhin ist es kurz vor Jahresende – was, wenn die Biester noch rasch ihre Bilanz aufbesser muessen, um das Jahressoll zu erreichen?

Passierte aber nicht – statt dessen sah ich einen wunderbaren Sternenhimmel und grandiose Sonnenaufgaenge. Tagsueber gab es Touren durch die diversen Schluchten, die diese Gegend anzubieten hat, und zum Abschluss einen ueberhasteten Aufbruch in Richtung Broome, um dem Zyklon (=Hurricane) Billy zuvorzukommen, der drohte, die Strassen unpassierbar zu machen.

Broome ist winzig (meine Herberge ist 500 Meter von der Innenstadt und 250 Meter vom Flughafen entfernt) und um diese Jahreszeit schwuel: Derzeit 33 Grad bei 52% Luftfeuchtigkeit. Da kann man nicht viel tun, ausser am Pool zu liegen, oder den Heiligabend mit einem Kamelritt im Sonennuntergang abzuschliessen. (Letzteres werde ich nachher tun.) Wer nun wissen will, was Kamele in Australien machen, der darf selber nachsuchen -ist nicht so schwer zu finden…

Ach ja, neue Fotos gibt’s auch, von Tasmanien und der Great Ocean Road. Einfach auf die Links in der rechten Spalte klicken.

Frohe Weihnachten.

One Response to “Kein Ochs, kein Esel, aber Fliegen und ein paar Kamele”

  1. Antje sagt:

    Hallo,Jens,
    frohe Weihnachten in der ungewohnten Umgebung,wo man wahrscheinlich sehnsüchtig an Schnee denkt-haben wir hier z.Zt. aber auch nicht!Viel Spaß mit den Kamelen und noch schöne Feiertage ohne Giftschlangenangriffe wünscht Dir Antje.