In dünner Luft kann man nicht durchatmen

Ich hab’s hier ja gemütlich: Alle paar Monate tippe ich hier mal was Neues, was i.d.R. eh keine Sau interessiert, und dazwischen vergesse ich einfach, dass ich ein Blog habe, und kümmere mich um andere Dinge. Am anderen Ende der Blog-Skala, oben in der A-List, geht da natürlich nicht: Da muss „Content“ prodziert werden, und zwar massig. Egal, ob man viel zu sagen hat, oder nicht.

Wie das geht, führt exemplarisch Sascha Lobo vor:

1. Man findet einen herrlich fiesen SZ-Artikel über unseren Verteidigungsminister.

2. Statt einfach mit ein, zwei Sätzen zu verlinken, wird ein grobes Drittel des Artikels in Einzelsätze zerhäckselt und in einer nicht nachvollziehbaren Hitliste als „Top 10“-Zitate (wie gesagt – alle aus demselben Artikel) untereinander gepackt.

3. Dazu dann noch eine Handvoll eigener Zeilen, die mit dem lustigen Durchstreich-Gag schön schwammig offen lassen, wie lang es gedauert hat, bis der Blogger kapiert hat, dass der Text nicht ernst gemeint war:

Nach mehrmaligem Lesen bekomme ich den […] Eindruck, dass Kurt Kister den Text durchaus als medienkritische Satire angelegt haben könnte (und bin inzwischen fast sicher – fast). Wenn das so sein sollte, ziehe ich meinen Hut[…]

4. Wenn sich unter dem fertigen Blog-Posting dann ein paar Kommentatoren wundern, wie lang es wohl gedauert haben mag, bis der Gag in dem SZ-Artikel verstanden wurde, macht man ihnen einfach mal kurz die Hackordnung klar:

Liest eigentlich auch nur einer von Euch witzigen Kommentatorenpeoplen den Text, den ich geschrieben habe? Der auch genauso zum Zeitpunkt des Erscheinens aussah? Oder lästert Ihr über Nichtverstehen ohne selbst zu verstehen? Nur mal als Frage zwischendurch.

Note to self: Vielleicht sollte ich das Banner auf grundschullehrerVZ.de wieder entfernen.

Also nochmal in Kurzform: Ein Haufen Fremdzitate + ein paar unklare eigene Formulierungen + Publikumsbeschimpfung = Megawichtiges Blogposting.

Da bleib ich doch genüsslich in meiner kleinen Privatnische. Hier liest zwar keiner, aber dafür hab‘ ich auch solchen Kram nicht nötig.

3 Responses to “In dünner Luft kann man nicht durchatmen”

  1. Bionade-Kanister sagt:

    Doch. Ich hab’s gelesen und kann es so unterschreiben. Toll, diese Blogs, oder Sascha?

  2. FG sagt:

    Ich habs auch gelesen – und bin über die Kommentarverschwurbelungen drüben bald mehr amüsiert als über Kisters Artikel.

  3. Ronnie sagt:

    Ich versteh nur Bahnhof!