Archive for the ‘Politik’ Category

„Zurück zur D-Mark“ – und weg vom Duden?

Donnerstag, August 25th, 2005

Die Bürgerrechtsbewegung Solidarität hat nicht nur eine Kanzlerkandidatin, die ein „zurück zur D-Mark“ fordert, sie hat auch einen Wahlwerbespot mit sehr kreativer Rechtschreibung:

Foto(179).jpg

Die Online-Version des Spots wurde offenbar inzwischen korrekturgelesen, aber über die Bildschrime Deutschlands flimmern weiter „Nazionalbank“, „Kreditanstahlt“ und die Forderung der „Mobilisierung von privaten Kapital“…

(Schön übrigens auch, dass die gute Frau am Ende des Spots in bester Sledge Hammer-Manier verspricht: „Vertrauen Sie mir. Ich weiß was zu tun ist.“)

Will da jemand seinen Job los werden?

Dienstag, Juli 12th, 2005

Dass Nazi-Vergleiche meist auf den zurück fallen, der sie anstellt, ist doch nichts Neues. Was also ist das Kalkül hinter solchen Aktionen?

SPD-Fraktionsvize Ludwig Stiegler hat Pläne aus dem Unions-Wahlprogramm in die Nähe einer Nazi-Parole gerückt. „Arbeit macht frei. Das ist das, was mir bei diesem Begriff einfällt“, sagte Stiegler mit Blick auf den Satz „Sozial ist, was Arbeit schafft“ im Wahlprogramm von CDU und CSU.
[…]
Stiegler verglich CSU-Chef Edmund Stoiber zudem mit Reichskanzler Heinrich Brüning aus der Weimarer Republik und warnte vor einer Rezession, falls die Union ihre Pläne umsetze. Brünings Sparpolitik fand keine parlamentarische Mehrheit und wurde mit dem Notverordnungsrecht des Reichspräsidenten durchgesetzt.

Instrumentalisierung von Terror

Samstag, Juli 9th, 2005

Die Stör-Signale nehmen mir die Worte aus dem Mund:

Otto Schily:

Die Bombenanschläge in London sind in furchtbarer Weise Ausdruck der aktuellen Bedrohung durch den internationalen Terror. Ein Aspekt der Terrorbekämpfung ist die Sicherheit von Reisedokumenten.

Ich weiß bei solchen Argumenten nie, ob daraus Dummheit oder Hinterhältigkeit spricht.

Wie ein biometrischer Ausweis der Bundesrepublik Deutschland die Bombenanschläge von London verhindert hätte, bleibt weiter ungeklärt.

Schlauer, oder ehrlicher, ist der britische Innenminister Clarke, der in einem BBC-Interview heute morgen sagte, eine ID-Karte hätte die gestrigen Anschläge nicht verhindern können. (Siehe auch: rabenhorst)


Ich werd mir jedenfalls noch rechtzeitig vor dem Herbst einen alten Reisepass holen – der ist zwar auch schon maschinenlesbar, aber wenigstens die nächsten 10 Jahre noch ohne Fingerabdrücke und ähnlichen Müll.

Links zu den Anschlägen in London

Donnerstag, Juli 7th, 2005

So eine Liste wollte ich auch machen, aber ich war (mal wieder) zu langsam. Mein Beileid geht an alle Betroffenen und Angehörigen.

Für Informationen aus dem professionellen Nachrichtenbereich empfehle ich die Webseite der BBC zu den Explosionen in London. Die BBC hat auch eine Art Reporter-Blog zu den Ereignissen.

Sehr detaillierte und akkurate Informationen gibt es bei Wikinews in deren Bericht über die Anschläge in London.

Auch die Blogosphäre quillt über vor Berichten aus erster, zweiter und dritter Hand.

Beispiele aus Deutschland: it&w, Der Schockwellenreiter; London: The Cartoonist, Konstantin, verschiedene Augenzeugen beim Guardian.

Einige Berichte sind per IRC bei Joi Ito angekommen.

Bei Flickr gibt es zahlreiche Bilder im London Bomb Blast Pool, in der Gruppe London Explosions, sowie unter den Tags Bombs und Blast zu sehen.

Technorati kann man Beiträge mit den Tags London Explosions, London Blast und London Bomb finden.

(Via: Stör-Signale)

Die passende Frage des Tages…

Freitag, Juli 1st, 2005

…kommt vom ddm-talkradio:

Warum kann unser Bundestag sich nicht einfach selbst auflösen? Jede Kopfschmerztablette kriegt das hin!

Interview mit Schröder in den Tagesthemen

Dienstag, Juni 28th, 2005

Respekt vor Anne Will – die hat unseren lieben Bundeskanzler in den Tagesthemen wirklich gut rangenommen. Der hat sich zwar so sehr gewunden, dass dabei nicht viel rumkam, aber es war mal eine Abwechslung zu den üblichen zahmen Interviews.

Fingerabdrücke fälschen leicht gemacht

Montag, Juni 20th, 2005

Pünktlich zur Einführung des biometrischen Reisepasses hat der CCC eine Schritt-für-Schritt Anleitung veröffentlicht, die alle Informationen enthält, um einen vorhandenen Fingerabdruck von einem Glas (oder ähnlichem) abzunehmen und in eine künstliche Fingerkuppe zu verwandeln. Damit ist es mögliche biometrische Sensoren zu täuschen.

(Via: Stör-Signale)

Was wir sagen, stimmt

Samstag, Juni 18th, 2005

Das schreibt „Spiegel Online“ in einer aktuellen Überschrift:

Regierung will Mehrwertsteuer auf 20 Prozent anheben

Und das steht im dazugehörigen Artikel:

Ein Vertrauter von Bundeskanzler Gerhard Schröder sagte dem SPIEGEL: „Anders ist die riesige Finanzierungslücke im kommenden Etat nicht zu schließen.“ […] Die Regierung dementierte: „Eine Mehrwertsteuer-Erhöhung kommt nicht in Betracht.“ Ein Sprecher bekräftigte die bisherige Position der Regierung, wonach eine solche Erhöhung in der gegenwärtigen konjunkturellen Situation kontraproduktiv und falsch wäre. „Steuererhöhungen sind Gift für die Konjunktur.“

Bin ich der Einzige, der da eine leichte Diskrepanz zwischen Überschrift und Inhalt sieht?

Bush – mal griechisch-tragisch

Dienstag, Juni 14th, 2005

The Bushiad:

A Bush satire in Homeric style, The Bushiad and The Idyossey use satire and irony to recount events during nine months from December 2002 through September 2003, and were inspired by events as they occurred. Narrative epic poems of 24 chapters each, they feature George Bush and the war in Iraq.

Deconstructing Schröder

Dienstag, Juni 14th, 2005

Während sich die Bild-Zeitung Gysis Gehirn widmet, hat sich die taz statt dessen der Analyse von Schröders Geisteszustand verschrieben:

Seit Tagen werden wir von einem Mann behelligt, der uns beständig folgenden Sachverhalt erklärt: Er habe sich entschlossen, seinen Getreuen die Vertrauensfrage zu stellen, und zwar damit die Seinen ihm – als Ausdruck Ihres grenzenlosen Vertrauens – selbiges entzögen. Ausgestattet mit diesem vertrauensvollen Misstrauensvotum wolle er sich nunmehr an uns alle wenden, damit wir ihm unsererseits ebenjenes Vertrauen kraftvoll aussprächen, sodass sich seine Arbeit künftig viel leichter, weil mit noch viel mehr Vertrauen ausgestattet, gestalte. Außerdem würden sich dadurch auf wundersame Weise die Mehrheitsverhältnisse auch in einem anderen Gremium ändern, über das wir gar nicht abstimmen.