Archive for the ‘Privates’ Category

An der Einsturzstelle

Mittwoch, März 4th, 2009

Als ich gestern vom Einsturz des Archivgebäudes hörte, war schnell der Impuls da, mir den Schauplatz persönlich anzusehen. Klar, ganz wohl war mir bei dem Gedanken nicht: Immerhin gehöre auch ich zu den Menschen, die auf Gaffer nicht gut zu sprechen sind. Nach einigem inneren Hin und Her beschloss ich dennoch, nach der Arbeit die U-Bahn zur Severinstraße zu nehmen – immerhin dürfte das eines der Ereignisse sein, die den Kölner an sich noch eine ganze Zeit bewegen werden.

Nach dem Aussteigen drehte ich zunächst eine Runde durchs Viertel – die Straße wirkte belebter als sonst um diese Uhrzeit, in einem Büdchen standen Männer zusammen und schauten sich die Lokalzeit im Fernsehen an, die gerade über das Unglück berichtete. Dadurch kamen diejenigen, die selbst in der Nähe gewesen waren auch ins Erzählen; ihre Geschichten glichen sich allesamt: Normaler Tag, dann ein Grollen und Beben und draußen eine Staubwolke.

Mehr als das weiß letztlich keiner. Wie auch – das Geschehen liegt erst wenige Stunden zurück. Das hindert den Express nicht daran, keine 500 Meter vom Unglücksort entfernt eine eine Sonderausgabe zu verkaufen. Ganz in der Nähe des Zeitungsmannes sammelt eine junge Reporterin Anwohnerstimmen für die Morgenausgabe: „Hast Du jetzt Angst, in Deine Wohnung zu gehen?“

An der Ecke zur Achterstr. erklärt ein deutsches Paar einem südländisch wirkendem Mann, was passiert ist. Besorgt will er Wissen, ob Menschen im Gebäude waren.

Die Polizei hat den Fußweg kurz hinter der Bahnhaltestelle abgesperrt und lässt nur Anwohner und Bewohner des Hotel Mercure durch. Zwischen Rohren und gelben Baustellencontainern ist ein Stück des unwirklich riesigen Schutthaufens zu sehen. Außer mir stehen nur wenige Leute am Absperrband.

Ich gerate mit einem Paar um die 50 ins Gespräch. Sie ereifert sich über alles: Wieso man so wenig wisse, wieso die nicht mit großen Baggern Leute retten und wieso niemand wisse, wo die Busse umgeleitet werden. Er ist ruhiger, sagt nur irgendwann: „Ich bin am Rosenmontag mit den Roten Funken hier lang. Da standen Leute direkt davor. Der Zug ging da lang. Nicht auszudenken, wenn das da passiert wäre.“

Noch ne Weihnachtsbotschaft

Donnerstag, Dezember 25th, 2008

Mal eine kurze Pause von den Reiseberichten: Nachdem der Vatikan sich ja schon vor einigen Wochen vehement gegen eine UN-Initiative ausgesprochen hatte, die die Strafbarkeit von Homosexualitaet international abschaffen will, setzt der Papst jetzt noch einen drauf: Wenn zwei Maenner sich lieben, ist das seiner Meinung nach genauso gefaehrlich wie die Abholzung des Regenwalds und muss auf jeden Fall bekaempft werden:

Sexuelles Verhalten jenseits der heterosexuellen Beziehungen sei „eine Zerstörung des Werks Gottes“ . Es sei das Recht der Kirche, „von der menschlichen Natur als Mann und Frau zu sprechen und zu bitten, dass diese Schöpfungsordnung respektiert wird“
[…]
Nach katholischer Lehre ist Homosexualität an sich nicht Sünde, wohl aber dann, wenn sie praktiziert wird.

Womit genau nimmt sich eigentlich ein Mann, der sich die – rein biologisch betrachtet arg widernatuerliche – Verpflichtung auferlegt hat, sich sein Leben lang von Frauen fernzuhalten (von wegen „seid fruchtbar und mehret euch“) das Recht heraus, anderer Leute sexuelle Neigungen als verwerflich abzustempeln?
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Leider nicht in Löwenzahn-Land

Montag, Dezember 31st, 2007

Bei der Firma hinterm Haus hat sogar am Sonntag vor Silvester jemand spät abends Bürodienst. Ich frag‘ mich, wofür der da sitzen muss.

Wenn ich Peter Lustig in „Löwenzahn“ wäre, würde ich jetzt rübergehen und nachfragen. Und ich würde natürlich eine nette und verständliche Antwort bekommen.

Leider leben wir nicht in Löwenzahn-Land. Oder tun wir es, und ich bin einfach nicht Peter Lustig?

Journalismus 0.5

Mittwoch, Dezember 26th, 2007

Bin ich eigentlich der Einzige, den es nervt, wenn SpOn Links, die auf einestages.de führen, in keiner Weise vom tagesaktuellen Inhalt abhebt? Viel zu oft lässt sich nicht sofort erkennen, ob sich hinter einer Überschrift frische Informationen zu einem Thema verbergen oder nur mehr oder weniger nostalgische Erinnerungen. (Ich sag‘ erst gar nichts zu den teilweise absurden Durchklick-Aktionen, die man vor sich hat, wenn man dann auch noch den tatsächlichen Beitrag auf einestages.de lesen will…)

Testlauf für die Leserzahl

Mittwoch, Februar 14th, 2007

Nachdem die Leserzahlen meiner Beiträge in immer absurde Höhen ansteigen, hab ich nun endlich eine spezielle Debug-Version des <a href=“http://www.aufzynden.de/post-readers-wp-plugin/“>Post-Readers-Plugins</a> eingebaut (vielen Dank an Stefan für die Mühe!). Mal gucken, ob das das Rätsel der vieltausendfachen Leser löst…

Liebeslieder

Freitag, Februar 2nd, 2007

Nachtgedanke: Wieso handeln eigentlich fast alle Popsongs von Liebe? Ist Liebe so viel stärker als andere Gefühle? Gibt es auf der Welt so viele Menschen, die gerne verliebt sind oder es wären? Oder steigt der Popmusikkonsum mit dem Grad der Verliebtheit, sodass diese Personen, obwohl absolut in der Minderheit, eine Mehrheit der Zielgruppe stellen?

(Ursprung des Gedanken: Gerade hat mein iTunes-Radio-Setup eine alte Eurovisions-Schnulze namens „It’s nice to be in love again“ rausgekramt, da fiel mir auf, dass ich schon seit Jahren nicht mehr verliebt war bzw. mich durch Verliebtheit oder Fehlen derselben zu zwingend erscheinendem Handeln motiviert sah. Bin ich jetzt anormal? Oder einfach nur aus der Zielgruppe von Eurovisons-Songs rausgeflogen? Und wieso schreibe ich, kaum dass es mal um große Gefühle geht, in einem so gestelzten Stil?)

Kampf gegen Werbewindmühlen

Dienstag, Januar 30th, 2007

Ich mache mir nicht die Illusion, damit irgend etwas zu bewegen, aber die Plakate von „aha.de“ nerven dermaßen, dass ich das den Laden wenigstens wissen lassen wollte. Also hab‘ ich eben folgende Mail losgeschickt:

Guten Tag,

ich bin Anfang 30, hab‘ gerade einen guten Job angenommen, und werde in nächster Zeit wohl endlich einmal Ordnung in meine Versicherungsangelegenheiten bringen. Durch Plakatwerbung wurde ich auf Aha.de aufmerksam – und immerhin weiß ich jetzt, dass ich dessen Dienste und – Gründlichkeit ist Ehrensache – die der gesamten Transparent Gruppe nicht in Anspruch nehmen werde: Wer glaubt, mir allmorgendlich auf dem Weg zur Arbeit in riesigen Lettern Beleidigungen a la „gottverdammte Pissflitsche“ aufnötigen zu müssen, den muss ich dafür nicht auch noch belohnen.

Ihre Pressemitteilung nennt diese Slogans „laut und auffällig“, und das sind sie auch. Laut und auffällig sind übrigens auch die Besoffenen, die ab und an in Fußgängerzonen mit einer ganz ähnlichen Wortwahl Passanten beschimpfen. Die können immerhin noch als Entschuldigung vorbringen, dass sie alkoholisiert sind – davon gehe ich bei Ihnen und Ihrer Marketing-Abteilung einmal nicht aus.

Es gibt viele Möglichkeiten, sich über Versicherungen zu informieren, da muss ich nicht eine wählen, deren Anbieter 1,5 Millionen ausgibt, um meine Umgebung mit Beleidigungen zuzupflastern.

Ach ja: Ich bin zwar durchaus an individuell verfassten Antworten auf dieses Schreiben interessiert, verbitte mir aber ausdrücklich die Aufnahme in irgendwelche Mail-Verteiler oder die Zusendung von Produktinformationen jeglicher Art. Ich habe kein Interesse daran, das Niveau Ihrer sonstigen Marketingmaterialien kennen zu lernen, die Plakate reichen mir vollkommen.

Mit freundlichen Grüßen

Jens Baumeister

P.S.: Nur zur Information – ich habe diesen Text auch unter http://www.jensbaumeister.de/ gepostet, dort werde ich auch eventuelle Antworten veröffentlichen.

Update: Ich hab mich übrigens etwas vertan – auf den Plakaten steht nicht „gottverdammte Pissflitsche“ sondern „hirnverbrannte Pissflitsche“ – nicht, dass das einen großen Unterschied macht, aber ich wollt’s nicht unerwähnt lassen…

Update 2: Noch was: Das Plakat, das ich gesehen habe, war von einem Unbekannten korrigiert worden. Bei näherem Hinsehen fiel mir auf, dass das „I“ ein übermaltes „E“ war. Ursprünglich stand dort nämlich „Pissfletsche“ statt „Pissflitsche“, was genauso unappetitlich, aber noch dazu anscheinend außerhalb der Werbeplakattexterwelt völlig unbekannt ist.

Tipp für Probleme mit der Wii Fernbedienung

Dienstag, Januar 30th, 2007

Während ich mich gerade mit Madden NFL 07 anfreundete (das Spiel macht es einem Football-Laien nicht leicht – da steht zwar, was man tun muss, um einen „Juke“ oder „Stiff Arm“ zu erzielen, aber nicht, was das denn nun ist), verweigerte plötzlich meine Wii-Fernbedienung den Dienst. Nicht komplett; ich konnte noch zeigen, Menüs nutzen, etc., aber der Bewegungssensor funktionierte nicht mehr. Ich probierte es in anderen Spielen aus: Keine Tennis-Schläge mehr, kein Schwertkampf und kein Fächeln.

Nach einigem Herumgooglen fand ich die Lösung: Fernbedienung in die Hand nehmen und mit der Vorderseite kräftig (aber nicht brutal) ein paar mal auf die Handfläche der anderen Hand hauen. Anscheinend hat sich da irgendein bewegliches Teil verkelmmt, das dadurch wieder frei kommt.

Ist nun eher ne Lo-Tech-Lösung, hat aber geklappt.

Neuer Job, neues Blog

Mittwoch, Januar 24th, 2007

ich wechsele Layout und Technik der Site anscheinend gerne parallel zu meiner Arbeitssituation. Das vorherige (hässliche) Layout der Site blieb ziemlich exakt über meine ganze Zeit als freier Autor gleich – morgen nun fange ich einen Job als fest angestellter Schreiberling an, und prompt nehme ich mir die Zeit, das System umzubauen und auf WordPress umzustellen. Vielleicht schreib‘ ich jetzt auch wieder öfter was – Drupal war mir einfach zu unhandlich.

Ach ja: Die Umstellung (inkl. Beitrags-Import und Permalink-Konservierung) verflief bis jetzt erstaunlich problemlos. Falls irgendwer meiner 5 Leser da draußen Fehler findet: Bitte bescheid geben.

Strom im Bad

Freitag, September 2nd, 2005

Ich find’s ja eigentlich schön, Strom im Bad zu haben – aber bitte nicht wenn ich die Innenseite von Spül- oder Waschmaschine anfasse – und erst recht nicht an den Armaturen des Waschbeckens!

Der Kriechstrom, der da jetzt drauf liegt, ist harmlos (ich spür ihn auch nur bei besonders guter Leitfähigkeit meinerseits, z.B. barfuß auf nassem Boden, was im Badezimmer ja schon mal vorkommt), aber ein böses Vorzeichen. Erstens bedeutet er, dass irgendwas an der Verdrahtung nicht in Ordnung ist, zweitens sollte eine ordentliche Sicherung m.W. rausfliegen sobald sich eine noch so geringe Menge Strom eine Abküzung ins Erdreich sucht.
Ich hab‘ daraufhin mal ein Foto von meinem Sicherungskasten gemacht – ratet mal welche „hochmoderne“ Sicherung für den Großteil meiner Stromversorgung verantwortlich ist…

Meine Sicherungen