Archive for the ‘Schreiben’ Category

Die üblichen Klischees über Soaps

Sonntag, Januar 20th, 2008

Man könnte den Eindruck gewinnen, Spiegel Online versuche mit Gewalt, sein Web 2.0.-Experiment „einestages.de“ ins Gespräch zu bringen – und sei es indem man offensichtlichen Unsinn veröffentlicht:Der Wortvogel zerpflückt einen mit Fehlern gespickten Beitrag des Technik-Redakteurs Matthias Kremp, und ich beiße auch mal wieder an – denn vor einigen Tagen hat Philipp Kohlhöfer, ebenfalls Profi-Journalist, eine Kolumne zum Thema Fernsehen und Soaps online gestellt. Die enthält nun so viele Hinweise darauf, dass der Autor keine Ahnung vom Thema hat, sondern schlichtweg beliebte Vorurteile nachplappert, dass ich mich doch näher damit auseinandersetzen mag.
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Der „Lost“-Chefautor schreibt übers Schreiben

Donnerstag, Januar 3rd, 2008

Sehr schöner Nebeneffekt des aktuellen US-Autorenstreiks: Why we Write
– ein Blog, in dem fast täglich ein anderer, mehr oder weniger prominenter US-Drehbuchautor schreibt, warum er oder sie schreibt.

Gerade aktuell: Der Artikel von Damon Lindelof, einem der Erfinder von „Lost“.

(via United Hollywood)

Wo ist das deutsche „Boston Legal“?

Samstag, Dezember 29th, 2007

Ich gucke ja inzwischen nur noch selten US-Serien im deutschen Fernsehen. Meistens warte ich auf die DVD-Veröffentlichung, um den Originalton zu haben. Aber nicht jede Serie reizt mich so sehr, dass ich mir DVDs kaufe oder ausleihe. So kam es, dass ich neulich Abend eher zufällig bei einer Bekannten auf VOX eine Folge „Boston Legal“ geguckt habe.

Ich fands ja ganz nett, es konnt emich aber – ähnlich wie schon „Ally McBeal“ nicht so richtig begeistern. Was mir aber auffiel: Die Folge war randvoll mit geistreichen und z.T. anspruchsvollen Anspielungen auf die aktuelle Situation der US-Gesellschaft. Sowas kenne ich aus Deutschland vielleicht noch von „Ein Herz und eine Seele“. Aber danach?

Klar, fast jeder „Tatort“ packt politisch brisante Themen an, und einige andere Krimis auch – aber in der Regel auf ernste, dramatische Weise. „Boston Legal“ kommt viel leichter daher. Gibt es aktuelle deutsche Serien die den Spagat zwischen komödiantischer Unterhaltung und gesellschaftlicher Relevanz schaffen?

Warum „Seifenschreiber“?

Dienstag, Dezember 25th, 2007

Hätte dieses Weblog regelmäßige Leser (was wohl nur der Fall wäre, wenn es auch regelmäßige Updates erfahren hätte), sie würden sich fragen: Wieso heißt das Ding plötzlich „Seifenschreiber“?

Nun, brandaktuell wie ich eben bin, will ich auf diese Weise der Tatsache Rechnung tragen, dass ich seit einem knappen Jahr als Soap-Storyliner bei „Unter Uns“ in Lohn und Brot stehe.

„Story…was?“ – Geduld, da schreibe ich bald mehr drüber.

Nicht schreiben werde ich indes über zukünftige Geschichten, indiskrete „Behind-the-Scenes“-Anekdoten oder irgend etwas Anderes, das mir berechtigten Ärger einbringen könnte – ich mag meinen Job und will ihn noch eine Weile behalten. :-)

Zunächst mal frohe Weihnachten allerseits und bis die Tage!

Journalistische Standards

Sonntag, Mai 21st, 2006

Was braucht man für einen Spiegel-Artikel über das Eurovisions-Finale?

Ganz klar:

  • Eine gehörige Dosis Häme: „zu Beginn sah die 51. Auflage des Athener Wettbewerbs wie eine Probe des Bielefelder Kinderballetts aus
  • Abfällige Vergleiche: „Grand-Prix-Egomane Ralph Siegel schrieb ihnen mit „If we all give a little“ einen schlimmen Heuler auf den Leib -am Ende wirkte die Band wie eine Karaoke-Truppe auf einem havarierten Kreuzfahrtschiff
  • Die Lufthoheit in Geschmacksfragen: „Die Gruppe hatte bereits 2002 mit dem „Ketchup Song“ abseitigen Geschmack bewiesen, dieses Jahr besangen sie eine „Bloody Mary“
  • Dazu eine milde Dosis Patriotismus: „Und dann die Deutschen: Als Texas Lightning mit „No, no, never“ ins Rennen ging, wehte ein Hauch von Professionalität durch den Saal.

Hingegen scheint es nicht nötig zu sein, sich die Show tatsächlich anzusehen — wie sonst ist es zu erklären, dass über diesen Herrn Folgendes geschrieben wird?


Ach ja, auch Logik scheint nicht zu den notwendigen Zutaten der Berichterstattung zu gehören, wie sich an folgendem Zitat sehen lässt:

Für Litauen trat ein Männerchor mit einer Mischung aus Van Halen, grober Selbstüberschätzung und rudimentären Englischkenntnissen an. Die sechs Herren sangen in der Manier einer Fankurve, drei Minuten lang: „We are the winners of Eurovision“. Gerade die Osteuropäer reflektierten so die politische Öffnung ihrer Staaten. Belustigten sie vor einigen Jahren noch mit freizügigen bis bekloppten Folk-Pop-Einlagen, erstritten sie in Athen Respekt mit internationalen Standards.

Literatur-Podcast

Montag, Januar 9th, 2006

Falls ihr mal Lust auf Geschichten-Lesungen habt: Zusammen mit einem Bekannten betreue ich jetzt den Podcast Texte auf der Hollywoodschaukel. Das Ganze ist ein Begleitmedium zu einer monatlichen Lesereihe in Köln, bei der jeder, der Lust hat, einen selbstverfassten Text vortragen kann. Einzige Bedingung: In dem Text muss ein vorgegebener Satz vorkommen.

Der Podcast erscheint wöchentlich und bringt in jeder Folge Mitschnitte von einzelnen Textlesungen. Länge pro Folge: Zwischen 10 und 20 Minuten. (Ihr könnt uns auch via iTunes abonnieren.)

Das Ganze ist im AAC-Format als „Enhanced Podcast“ für iTunes. Sollte es Probleme mit dem Dateiformat geben, einfach kurz bescheid geben.

Ansonsten: Hört mal rein – und viel Spaß! Und wenn ihr wollt und könnt: Kommt beim nächsten Mal bei der Lesung vorbei – Ort und Zeit werden auf der Homepage und im Podcast bekanntgegeben.

Sprachforschung

Samstag, Dezember 31st, 2005

Ich hatte mich ja schon immer etwas darüber gewundert, dass anscheinend der Rest der Welt die Redewendung „wie die Faust aufs Auge passen“ genau anders herum verwendet als ich es tue: Ich hatte es immer nur als „das passt gar nicht zusammen“ kennen gelernt. Heutzutage jedoch wird es i.d.R. mit der Bedeutung „das passt ganz toll zusammen“ verwendet.

Die TVBlogger setzten jetzt noch einen drauf und schrieben:

Es gehört wie die Faust auf das Auge: Dinner for One am Silvesterabend

Nun war ich mal neugierig genug, nachzugooglen. Und siehe da, der Duden ist sehr salomonisch:

Mit dem Vergleich wurde zunaechst ausgedrueckt, dass etwas ueberhaupt nicht zu etwas passt: Faust und Auge passen nicht zusammen, weil es hoechst unangenehm ist, einen Faustschlag aufs Auge zu bekommen. Durch haeufigen ironischen Gebrauch entwickelte sich die gegenteilige Bedeutung.

So können alle zufrieden sein, denn selbst unsere Sprachwächter erlauben beides. (Dass die TVBlogger allerdings die Meinung vertreten, die Faust gehöre sogar aufs Auge, finde ich nun doch etwas beängstigend…)

Termine

Freitag, September 2nd, 2005

So, endlich mal ein paar Termine mit Aufführungen meiner Werke. :-) Alles diesmal sind Arbeiten für „Fang den Mörder“ – Mitrate-Comedy-Krimis. Da hätten wir:

  • „Radlos“ – am 18.09. um 20:00 im Gloria-Theater, Köln
  • „Eiszauber“ – am 24.09. um 15:00 in der Stadtbibliothek Köln (Kindervorstellung)
  • „Eiszauber“ – am 25.09. um 15:00 im Haus der Springmaus, Bonn (Kindervorstellung)
  • „Eiszauber“ – am 24.10. um 20:00 in den Fliegenden Bauten, Hamburg

Falls irgendwer sich das angucken mag: Viel Spaß.

Das Denglisch der Marketingmenschen…

Samstag, Juli 9th, 2005

…bleibt uns erhalten – dazu muss man sich nur mal diesen Artikel bei DWDL antun:

Zur Kategorie „Special Creation“ gehören […] beispielsweise die Splitscreen-Variante „Move Split“ oder Gewinnspiele. Die Kategorie „Exclusive Position“ fasst alle Werbeformen zusammen, die sich durch eine exklusive Positionierung auszeichnen wie Einzelspots oder content-nahe Splitscreens.

Außerdem haben sich IP Deutschland und SevenOne Media geeinigt, diejenigen Sonderwerbeformen, die beide Vermarkter im Portfolio haben, identisch zu benennen. Dazu zählen […] unter anderem […] die Splitscreen-Varianten „Move Split“ und „Program Split.“

Dr. Andrea Malgara, Geschäftsführer Marketing & Research SevenOne Media: „Special Ads kommen immer häufiger als Verstärkung klassischer Kampagnen zum Einsatz.[…]“


Ah, ja. Zuerst dachte ich ja, die männliche Form „Geschäftsführer“ für Dr. Andrea Malgara würde auf einen weiteren Kontaktverlust zur deutschen Sprache hinweisen, aber es handelt sich tatsächlich um einen Mann – er wurde nämlich in Italien geboren, wo „Andrea“ ein gebräuchlicher männlicher Vorname ist.

Marketingsprech mal wieder

Sonntag, Juni 26th, 2005

Kann mir mal jemand erklären, wieso von Marketingfuzzis immer öfter statt der allgemein verstandenen Begriffe „Gutschein“ oder meinetwegen auch „Coupon“ das für Laien absolut rätselhafte Wort „Voucher“ (gesprochen „Wautscher“) eingesetzt wird?

Es hat keinen inhaltlichen Mehrwert (d.h. es bezeichnet exakt dasselbe wie die anderen Begriffe) und es klingt nicht einmal flotter oder knackiger als die Worte die es ersetzt, bei mir zumindest erzeugt es Assoziationen zu „knautschen“ oder Ähnlichem.