Archive for the ‘Neuseeland’ Category

Irgendwo im Nirgendwo

Mittwoch, Oktober 8th, 2008

Nur ein ganz kurzer Eintrag, weil ich jetzt schon den dritten Tag in Folge auf der Suedinsel herumreise, wo Menschen selten und Internetzugaenge teuer sind. Mir geht es gut, das Wetter ist wechselhaft (ich hatte die aussergewoehnliche Gelegenheit, die sonnenreichste Ecke Neuseelands im Regen zu erleben…) und Motorbootfahren macht erstanlicherweise mehr Spass, als ich gedacht haette. Morgen geht es weiter zum Franz-Josef-Gletscher und danach bin ich in Queenstown, wo ich wahrscheinlich etwas bessere Internet-Moeglichkeiten habe und auch Fotos hochladen kann.

Neuseelaendische Kultur

Freitag, Oktober 3rd, 2008

So, hier mal ein Einblick in Neuseelands Kultur – das sehr empfehlenswerte Musik-Comedy-Duo „Flight of the Conchords“:

Ein weitres Lied gibt’s, wenn ihr den Beitrag in der Langfassung guckt, und noch mehr Videos gibt’s hier.
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Night Fever, Night Fever

Donnerstag, Oktober 2nd, 2008

Unser gaenzlich misstrauenswuerdiges Team von Testern hat bislang folgende Informationen ueber das Nachtleben in Neuseeland zusammentragen koennen:

  • Auckland: Eine gammelige Disco, die aussieht wie zu Abi-Zeiten, entfaltet nur unwesentlich mehr Anziehungskraft, wenn sie direkt neben der Unterkunft liegt.
  • Paihia: Hinter mancher unscheinbaren Touristenkneipe verbirgt sich eine echte Ueberraschung – da kann man schon mal spontan mit Neuseelaendern Musik machen (ich hab‘ mich nur bis zu den Bongos getraut – die anderen waren zu gut, als dass ich den Bass haette maltraetieren wollen), waehrend im Hintergrund die bereits erwaehnte Deutsche weiterhin anderen Deutschen erzaehlt, dass sie ueberall nur Deutsche trifft.
  • Rotorua: Die Unterkunft hat eine umfassende* Sammlung von DVDs.
    (*: „Umfassend“ heisst in diesem Zusammenhang: 5 Stueck, die allesamt vom Wuehltisch stammen und bestenfalls B-Movie-Qualitaet erreichen. Ist aber immer noch besser als die Grabesstille ausserhalb der Herberge.)
  • Wellington: Gut gefuellte Bar direkt neben der Herberge. Sehr zu empfehlen, wenn man auf uebergewichtige Touristinnen steht, die – nach eindringlicher Animation durchs Barpersonal – den Macarena auf den Tischen tanzen, wonach ihre maennlichen Gegenstuecke sich mit mehr oder weniger beaengstigenden Strip-Einlagen zo „Zou can leave zour hat on“ revanchieren. Ermittlungen dauern an – es soll eine Kneipenszene jenseits des Touri-Ghettos geben.

Schafe, Kiwis und viel Wind

Mittwoch, Oktober 1st, 2008

Heut hab ich mir mal Touristenattraktionen angetan: Zum einen eine herrlich abstruse Schafshow, in der 19 verschiedene Schafsorten vorgefuehrt und vorgestellt wurden, waehrend das Publikum applaudierte. Nun gut, auf einen Kiwi kommen im Schnitt 10 Schafe, so gesehen passt das als Attraktion schon.

Kiwis in diesem Zusammenhang sind uebrigend nicht die Voegel oder die Fruechte, sondern die Neuseelaender selber. Ueber Kiwi-Fruechte hab‘ ich aber auch einiges gelernt: Unter Anderem, das die aktuelle Inkarnation eine Zuechtung ist, die so erst seit ca. 150 Jahren existiert. (Der Vorgaenger war haariger.) Und Kiwi-Voegel konnte ich auch noch bewundern: Vollkommen abstruse und verflixt scheue Viecher – aber schoen knudellig. Beaengstigend: Kiwis sind ungefaehr huehnergross, aber ein Kiwi-Ei ist siebenmal so gross wie das eines Huhns. Auf den Menschen hiochgerechnet waere das, als wuerden Muetter ein Baby mit einem Gewicht von ueber 16 kg auf die Welt bringen – viel Spass dabei…

Kiwis koenenn nicht fliegen, weder Freuchte, noch Voegel, noch Menschen. Das haelt Letztere aber nicht davon ab, es zu versuchen – und das hab ich dann auch noch gemacht – das Ergebnis sah so aus:

Viel eleganter als ein flugunfaehiger Vogel stellte ich mich dabei offensichtlich auch nicht an – aber lustig war’s.

Das war’s auch schon in Rotorua, morgen geht’s weiter suedlich nach Wellington.

Heisse Sache, das

Dienstag, September 30th, 2008

Heute mal ein paar Eindruecke aus Rotorua, einer Stadt, die aus irgendeinem Grund mitten in einem Vulkankrater errichtet wurde. Die Konsequenzen: Viele dampfende, heisse Quellen, extrem fruchtbarer Boden, ein Schwefelgeruch wie von faulen Eiern, der ueber dem ganzen Ort liegt, und ein Nachbardorf, das 1886 bei einem Vulkanausbruch unter Schlammlawinen begraben wurde.

Davon liess man sich hier nicht beeindrucken. Die Schlammlawinen vernichteten auch zwei wunderbare Naturspektakel, die „Pink Terraces“ und ihr weisses Gegenstueck, die bis dahin gute EInnahmequellen gewesen waren, also baute man ein eindrucksvolles Badehaus (heute das Stadtmuseum), um weiterhin reiche Touristen anzulocken.

Leider ging alles schief, was schiefgehen konnte: Es war nicht genuegend Geld da, das saure Wasser zerfrass schon vor der Eroeffnung 1909 die ersten Rohre und die Sonnenterrasse hatte das Problem, dass in dieser Gegend einfach zu selten die Sonne schien. Nach 50 Jahren war der Laden so gammelig geworden, dass er geschlossen wurde, und fast abgerissen worden waere. Statt dessen zog oben ein Lokal ein und unten eroeffnete das Muesum. Klingt wie ein guter Plan – nur leider mutierte das Lokal bald zum Nachtclub mit Livemusik, so dass gegen Ende der 60er Jahre regelmaessig Bier durchs Fachwerk ins Museum troepfelte. Aber der Laden brachte genug Geld ein, um das Haus vor dem Abriss zu retten.

1990 lief der Vertrag fuer den Nachtclub dann aus, die Museumsleitung schmiss ihn voller Erleichterung raus und hat inzwischen einen Grossteil der Spuren beseitigt, die 30 Jahre Party unter Tudor-Holzdecken hinterlassen hatten.

Passende Bilder folgen spaeter, dafuer sind jetzt aber welche von den Sandduenen und dem zuvor erwaehnten 90-Mile-Beach online. Klickt auf den Link auf der rechten Seite, dann koennt ihr mal gucken, was sich getan hat.

Reisetag

Montag, September 29th, 2008

Heute stand ein Tag mit 8 Stunden Busfahrt an. Das ist hier nun aber nicht so oede, wie man vermuten koennte: Neuseelands erste Siedler, die Maori, hatten ueber Jahrhunderte hinweg keine Schriftsprache, sondern nur Schnitzereien und muendliche Ueberlieferungen, um ihre Geschichte zu tradieren – und so sind die meisten Maori (und anscheinend Neuseelaender im Allgemeinen) bis heute grossartige Geschichtenerzaehler.

Deshalb ist auch eine stinknormale Fahrt mit dem Ueberlandbus (das hiesige Aequivalent zur Bahn) in der Regel hoechst unterhaltsam – der Fahrer erzehlt Anekdoten ueber die Orte, an denen man vorbeikommt, Geschichten aus seiner Familie oder singt auch einfach mal ein paar Lieder – sowohl traditionelle Maori-Gesaenge als auch abstruse Perlen wie „Das Lied, das die Kuehe nachts summen, wenn sie alleine auf der Weide stehen“.

Das kann zwar je nach Fahrer etwas viel werden, ist mir aber lieber als die uebliche Behordenunfreundlichkeit an Bord der Deutschen Bahn.

Bis zum aeussersten

Sonntag, September 28th, 2008

Das Eigenartige an Neuseeland (fuer uns Europaer zumindest), ist ja, dass es immer waermer wird, je weiter nach Norden man kommt. Heute war ich dann an der absoluten Nordspitze des Landes – dort, wo sich Pazifik und Tasmanische See treffen. Und ja: Es war warm. Und sonnig. Was schoen war, denn ganz in der Naehe gibt es auch noch den 90-Mile-Beach, der zwar in Wirklichkeit „nur“ 64 Meilen, also etwas ueber 100 km lang ist, aber das reicht ja auch noch. (Der Strand ist uebrigens offizieller Highway mit einer 100 kmh-Geschwindigkeitsbegrenzung.)

Am Nordende des Strads gibt’s dann auch noch wahnsinnig riesige Sandduenen, von denen man im Liegen runtersurfen kann – sehr lustig. Fotos von vielem Beschriebenen folgen – sobald ich irgendwo bin, wo ich besseren Internetzugang habe als hier. (Eine Handvoll frischer Bilder sind schon da, aber es kommen noch mehr.) Aber morgen bin ich erst einmal einen Tag nur unterwegs – 8 Stunden Busfahrt. :-(

Und falls das alles merkwuerdig unzusammenhaengend wirkt: Es ist gar nicht so leicht, sich zu konzentrieren, wenn man mittren im Aufenthaltsraum hockt, und um einen herum gelcihzeitig Handys gestestet, gekocht und ferngesehen wird. Insofern bitte ich um Vergebung. Durchdachteres folgt, wenn ich merh Ruhe habe.

Delfine, Papageien und viele Inseln

Samstag, September 27th, 2008

Wow – tief durchatmen und die Meeresluft geniessen. Ich bin im aeussersten Norden Neuseelands, in der Ecke, die als erste kolonisiert wurde. Captain Cook nannte die Ecke „Bay of Islands“, und wenn man sich ansieht, wie viele Inseln hier so rumlungern, hat er damit gar nicht mal Unrecht gehabt.

Erfrischenderweise ist meine Unterkunft hier angenehm klein – ganz gut, nachdem ich in Auckland in einer Monsterherberge mit 500 Betten gelandet war. Eindruecke der letzten 24 Stunden:

  • Eine Hochzeitsprobe in der aeltesten Kirche Neuseelands. (Darwin hat Geld fuer ihren Bau gespendet.)
  • Sich sonnende Pinguine
  • Delfine, die mit einem Schiff schwimmen.
  • Der Herbergspapagei, der gelernt hat, zu miauen, um sich mit der Herbergskatze unterhalten zu koennen.
  • Zwei deutsche Touristinnen, die die Zeit damit verbrachten, sich gegenseitig vorzujammern, dass man unterwegs nur Deutsche trifft, waehrend gleichzeitig neben ihnen zwei Japaner an ihrem Laptop sassen und ich mit zwei Schweizern und einer Hollaenderin wuerfelte…

Fotos (leider nicht von Delfinen oder Pinguinen) folgen bei Gelegenheit.

SOS – keine SMS mehr

Donnerstag, September 25th, 2008

So, hier mal kurz die schlechte Nachricht des Tages – aufgrund eigener Bloedheit hab‘ ich mich fuers Erste meiner altbekannten Handynummer beraubt. Das bedeutet fuer euch: Versucht gar nicht erst,mich unter der gewoehnlichen Nummer (0177 usw.) anzurufen oder mir eine SMS dorthin zu schicken – ich bekomme es hoechstwahrscheinlich erst im Februar mit, wenn ich mir in Deutschland eine neue SIM holen kann. (Das kommt davon, wenn man vorausdenkt und versucht, das Handz abzusichern, damit potentielle Diebe keien Unmengen an Telefonkosten anhaeufen koennten – man sperrt sich statt dessen selber aus…)

Das Ganze hat zwei Vorteile: Einen fuer euch, denn ihr muesst euch nur noch eine Nummer merken, naemlich die neue. (Das ist die, die mit 015 anfaengt – wer die nicht kennt und unbedingt braucht, moege sich bitte per Mail bei mir melden.) Und einen fuer mich, denn ich kann unter der neuen Nummer SMS nur empfangen, aber nicht selber verschicken. Jetzt komme ich also gar nicht mehr in Versuchung, meine Telefonrechnung mit suendhaft teuren Kurznachrichten zu belasten, sondern kann mich ganz aufs Reisen konzentrieren.
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Fruchtalarm!

Dienstag, September 23rd, 2008

Eine Sache hatte ich ja ganz vergessen zu erwaehnen: Inken hat mich fast den Neuseelaendischen Sicherheitsbehoerden ausgeliefert. Und das kam so:

Neuseeland hat verdammt strenge Einfuhrgesetze, was alles Tierische und Pflanzliche angeht. Das haengt damit zusammen, dass sich auf diesen Inseln aufgrund ihrer Abgeschiedenheit ganz eigene Arten gebildet haben, die es kaum sonst irgendwo gibt. Einige davon sind inzwischen vom Menschen ausgerottet, so z.B. der Riesenmoa, ein flugunfaehiger Vogel, den die Maori fleissig bejagt haben bis er weg war – weshalb gerade ein Forscherteam mehrere 100.000 Euro bewilligt bekommen hat, um herauszufinden, was das Tier gefressen hat, indem sie in jahrhundertealter Vogelkacke wuehlen.
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